12.10.2026
Foto: dbn KI generiert
Die niederländische Gesundheitsministerin Sophie Hermans hat sich in einem offenen Brief an die Europäische Kommission gewandt. Mitunterzeichnet haben ihn Belgien, Finnland, Frankreich, Lettland, Slowenien, Spanien und Ungarn. Die acht Regierungen fordern einen „Marktstopp“ für alle neuen Nikotinprodukte, die in der EU noch nicht im Handel sind. Darüber hinaus drängen sie auf ein EU-weites Aromenverbot, Obergrenzen für den Nikotingehalt, Einheitsverpackungen sowie das Recht der Mitgliedstaaten, Nikotinbeutel zu verbieten.
Die acht Länder verfolgen damit das Ziel einer rauchfreien Generation bis 2040. Michael Landl, Direktor der World Vapers’ Alliance (WVA), warnt jedoch vor den Folgen: „Ein Verbot neuer Nikotinprodukte würde weniger schädliche Alternativen vom Markt fernhalten, die Millionen Rauchern beim Aufhören helfen könnten, während Zigaretten weiterhin überall erhältlich bleiben.“ Die übrigen Forderungen machten es nicht besser. Aromenverbote, Nikotinobergrenzen und Verbote von Nikotinbeuteln nähmen gerade den Produkten die Attraktivität, die Erwachsene vom Rauchen wegbringe. Wer umgestiegen sei, werde zurück zur Zigarette oder auf den Schwarzmarkt gedrängt.
Landl verweist auf Schweden als Gegenbeispiel. Das Land habe das Ziel einer niedrigen Raucherquote nicht durch Verbote von Nikotinalternativen erreicht. Stattdessen seien Raucher zunächst auf Snus, später auch auf Nikotinbeutel und E-Zigaretten umgestiegen. Heute liege die Raucherquote in Schweden unter fünf Prozent und damit weit unter dem EU-Durchschnitt.
Die WVA fordert die übrigen EU-Mitgliedstaaten auf, sich gegen die Vorschläge zu stellen. E-Zigaretten und Nikotinbeutel seien keine Zigaretten. Das EU-Recht solle dem Rechnung tragen und weniger schädliche Alternativen als Teil der Lösung sehen, statt sie weiter zu bekämpfen. Verbraucher bräuchten schon heute Zugang zu weniger schädlichen Nikotinalternativen und morgen Zugang zu den Innovationen, die noch kommen.
Die Debatte um die Regulierung neuer Nikotinprodukte dürfte damit in den kommenden Monaten an Schärfe gewinnen. Während die unterzeichnenden Regierungen den Schutz der nächsten Generation in den Vordergrund stellen, warnen Kritiker vor einem Rückfall in höhere Raucherquoten und einem erstarkenden Schwarzmarkt.