Ausgabe 2026/07

14.07.2026

Verkehrssicherheit im Urlaub: In beliebten Reiseländern ist das Risiko oft höher

Foto: dbn

Verkehrssicherheit im Urlaub: In beliebten Reiseländern ist das Risiko oft höher

Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt: Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, ist in mehreren beliebten Reiseländern mit einem höheren tödlichen Unfallrisiko konfrontiert als in Österreich. Besonders betroffen sind Kroatien, Italien sowie einige südosteuropäische Staaten.
Italien und Kroatien zählen zu den beliebtesten Auslandsurlaubszielen der Österreicherinnen und Österreicher. Bei der Verkehrssicherheit liegen beide Länder laut VCÖ jedoch hinter Österreich. Während hierzulande im Vorjahr 44 Verkehrstote pro Million Einwohnerinnen und Einwohner verzeichnet wurden, waren es in Italien 49 und in Kroatien 67. Damit lag Kroatien im Verhältnis zur Bevölkerungszahl rund 50 Prozent über dem österreichischen Wert.


Noch höher ist das Risiko in mehreren südosteuropäischen Staaten. In Bulgarien kamen im Vorjahr 71 Menschen pro Million Einwohnerinnen und Einwohner bei Verkehrsunfällen ums Leben, in Rumänien 68. Im Nicht-EU-Land Serbien lag der Wert sogar bei 75. Griechenland verzeichnete im Vergleich zu Österreich ebenfalls etwas mehr Verkehrstote, konnte die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr zuletzt aber deutlich senken.

„Erreicht wurde das mit einem umfassenden Sicherheitspaket, unter anderem mit höheren Strafen und verstärkten Kontrollen. Zudem gilt nun in ganz Griechenland in Wohngebieten in engeren Straßen Tempolimit 30“, erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Da mehrere Maßnahmen erst im September in Kraft traten, rechnet der VCÖ heuer mit einer weiteren Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Am sichersten sind Reisende laut Analyse in Nordeuropa unterwegs. In Norwegen und Schweden kamen jeweils 20 Menschen pro Million Einwohnerinnen und Einwohner bei Verkehrsunfällen ums Leben. Auch Island, Dänemark und die Schweiz zählen zu den verkehrssichersten Reisezielen Europas.

Der VCÖ weist zudem darauf hin, dass in vielen Urlaubsländern strengere Regeln gelten als in Österreich. Auf Freilandstraßen sind die Tempolimits häufig niedriger: In Schweden gilt etwa Tempo 70, in Dänemark, Finnland, Norwegen, der Schweiz und den Niederlanden vielfach Tempo 80. Auch auf Autobahnen sind die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten teils geringer, etwa 100 km/h in Norwegen und 110 km/h in Schweden.

Unterschiede gibt es auch bei den Alkoholgrenzen. In Estland, Polen, Schweden und Norwegen liegt das Limit bei 0,2 Promille. In der Slowakei, Tschechien, Ungarn und Rumänien gilt 0,0 Promille. Wer alkoholisiert fährt, muss in mehreren Ländern mit deutlich höheren Strafen rechnen als in Österreich. In Italien beträgt die Mindeststrafe 545 Euro, in Spanien mindestens 500 Euro.

Auch Handytelefonieren am Steuer kann teuer werden: In Griechenland beträgt die Strafe 350 Euro, in Dänemark 270 Euro, in Italien und Slowenien jeweils mindestens 250 Euro. Geschwindigkeitsüberschreitungen werden ebenfalls streng geahndet. Wer das Tempolimit um bis zu 20 km/h überschreitet, zahlt in Kroatien 130 Euro, in Frankreich 135 Euro und in Italien mindestens 175 Euro.

„Mit dem eigenen Fahrverhalten kann man einiges dazu beitragen, sicher ans Ziel und wieder nach Hause zu kommen“, betont Schenk. Der VCÖ empfiehlt, Tempolimits einzuhalten, ausreichend Abstand zu halten, riskante Überholmanöver zu vermeiden und nur nüchtern sowie mit voller Aufmerksamkeit zu fahren. Bei längeren Strecken sollten regelmäßig Pausen eingelegt werden. Außerdem gelte: „Don’t phone and drive“ und „Don’t text and drive“. Am Urlaubsort rät der VCÖ dazu, möglichst öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

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