Ausgabe 2026/07

14.07.2026

Sonnencremen von Billig-Onlineplattformen fallen im Test durch

Foto: dbn

Sonnencremen von Billig-Onlineplattformen fallen im Test durch

Billige Sonnenschutzprodukte von Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress versprechen hohen Schutz – doch ein internationaler Test zeigt deutliche Mängel. Einige Produkte hätten wegen verbotener Inhaltsstoffe gar nicht verkauft werden dürfen.

Die extrem niedrigen Preise und die große Auswahl auf chinesischen Onlineplattformen locken auch viele Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich an. Neben Kleidung landen zunehmend Kosmetik- und Pflegeprodukte im Warenkorb – darunter auch Sonnencremen.

Gerade bei Sonnenschutzmitteln ist Verlässlichkeit entscheidend. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass der angegebene Schutz tatsächlich wirkt. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) sieht die Entwicklung daher kritisch, zumal asiatische Billigplattformen in der Vergangenheit immer wieder wegen Qualitätsproblemen aufgefallen sind.

Um die Produktqualität zu überprüfen, bestellte der VKI im Rahmen eines internationalen Gemeinschaftstests 14 sogenannte „No-Name“-Sonnenschutzprodukte. Der Einkauf erfolgte über Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress. Die Preise reichten zum Zeitpunkt der Bestellung von nur 27 Cent bis 7,59 Euro.

Federführend betreut wurde die Untersuchung von der französischen Verbraucherschutzorganisation QCE. Eine anschließende Marktrecherche zeigte, dass einzelne Produkte auf den österreichischen Seiten der Plattformen nicht erhältlich waren, jedoch auf Alibaba und Joom angeboten wurden.

Von den 14 bestellten Produkten konnten am Ende nur sieben tatsächlich getestet werden. Einige Waren trafen gar nicht oder zu spät ein, andere waren doppelt bestellt worden und wurden daher nicht mehrfach geprüft.

Besonders problematisch: Drei Produkte enthielten laut Inhaltsstoffliste den in der EU verbotenen Stoff 4-MBC. Diese Produkte hätten nicht in Umlauf gebracht werden dürfen und wurden deshalb von der weiteren Untersuchung ausgeschlossen. Für 4-MBC gilt seit Mai 2026 ein vollständiges Verkaufsverbot, da ernsthafte Sicherheitsbedenken bestehen – insbesondere hinsichtlich möglicher hormoneller Wirkungen und unklarer Langzeitrisiken.

Quelle: VKI

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