14.07.2026
Foto: dbn
Ein aktueller Preisvergleich in Österreichs großen Lebensmittelketten zeigt: Wer statt Markenprodukten zu günstigeren Alternativen greift, kann pro Einkauf deutlich sparen. Besonders groß ist das Potenzial bei Billa und Spar.
Der Griff zu Eigenmarken und günstigeren Alternativprodukten kann beim Lebensmitteleinkauf deutlich mehr bringen als einzelne steuerliche Entlastungen. Das zeigt ein monatlicher Vergleich der Arbeiterkammer Oberösterreich in den vier großen Lebensmittelketten Billa, Hofer, Lidl und Spar. Von März bis Juli 2026 wurden dort jeweils zwei Warenkörbe erhoben: einer mit 20 Markenprodukten und einer mit 20 preisgünstigeren Alternativen.
Während die Mehrwertsteuer-Senkung bei den ausgewählten Produkten bis zu 2,45 Euro Ersparnis brachte, lag das zusätzliche Sparpotenzial durch günstigere Produkte bei bis zu 24 Euro pro Einkauf. Das Preisniveau blieb über den Beobachtungszeitraum hinweg insgesamt stabil. Veränderungen gab es vor allem bei saisonalem Obst und Gemüse, dessen Preise stärker schwanken.
Besonders hoch fiel die Ersparnis bei Billa und Spar aus, deren Sortimente viele Eigenmarken-Produkte umfassen. Im Juni kostete der Warenkorb mit Markenprodukten bei Billa 57,68 Euro, jener mit günstigeren Alternativen 34,65 Euro. Das entspricht einer Ersparnis von 23,03 Euro. Bei Spar lag der Unterschied im selben Monat bei 21,36 Euro.
Auch im Juli blieb das Sparpotenzial groß: Bei Billa konnten Kundinnen und Kunden durch den Griff zu günstigeren Produkten 19,59 Euro sparen, bei Spar waren es 19,88 Euro. Damit lassen sich rund ein Drittel der Einkaufskosten reduzieren, ohne auf einzelne Produkte verzichten zu müssen. Bei Lidl lag die mögliche Ersparnis je nach Monat zwischen 7,59 und 10,03 Euro. Hofer verzeichnete die geringsten Preisunterschiede: Die Differenz zwischen Marken- und Alternativprodukten sank von knapp 4 Euro im März auf nur noch 15 Cent im Juli. Gleichzeitig bot Hofer viermal den günstigsten Gesamtpreis für den Alternativ-Warenkorb.
Produktliste zeigt weitere Sparmöglichkeiten
Zusätzliche Orientierung bietet die Produktliste der Arbeiterkammer Oberösterreich. Dort sind für jedes erhobene Produkt der jeweils günstigste und teuerste Preis angeführt. Bereits bei einzelnen Artikeln zeigen sich deutliche Unterschiede: Bei Erbsen beträgt die Differenz zwischen Marken- und Alternativprodukt bis zu 4,62 Euro, bei Reis 3,62 Euro, bei Hausbrot 2,32 Euro und bei Spaghetti bis zu 1,91 Euro.
Für preisbewusste Konsumentinnen und Konsumenten bleibt der Griff zu Eigenmarken oder günstigeren Marken damit der wichtigste Hebel beim Sparen. Wer regelmäßig günstiger einkauft, kann die Ausgaben über das Jahr hinweg deutlich senken – bei einem wöchentlichen Einkauf laut Berechnung um bis zu 1.000 Euro.
Tipps für einen günstigeren Einkauf
• Planen Sie Ihren Einkauf und schreiben Sie sich eine Einkaufsliste. Dadurch verhindern Sie teure Impulskäufe.
• Wenn Sie für mehrere Tage im Voraus einkaufen und vorkochen, können Sie auch Großpackungen nutzen. Haben Sie Platz im Gefrierfach, können sie auch Portionen für später einfrieren.
• Vergleichen Sie die Preise bei mehreren Anbietern. Achten Sie dabei immer auf den Grundpreis, z.B. Euro pro Kilogramm oder Liter. So lassen sich auch verschiedene Packungsgrößen vergleichen.
• Nutzen Sie gezielt günstige Preise und Rabattaktionen. Alle dafür notwendigen Infos finden Sie auf der Preisvergleichsplattform www.preisrunter.at bzw. in der App.
• Viele Supermärkte bieten verderbliche Ware kurz vor Ladenschluss – besonders samstags – zu stark reduzierten Preisen an. Obst, Gemüse, Milchprodukte, aber auch Fleisch und Fisch können so um minus 25 bis 50 Prozent eingekauft werden. Achten Sie hier darauf, die Ware bei hohen Temperaturen gekühlt zu transportieren und umgehend zu verkochen bzw. zu verzehren.
• Saisonales Obst und Gemüse ist meist günstiger und auch umweltfreundlicher. Damit tun Sie der Natur und Ihrer Geldbörse etwas Gutes.
Quelle: AK OÖ