14.07.2026
Foto: dbn
Ein schattiges Plätzchen auf der Wiese, ein Sprung ins kühle Wasser oder ein luftiger Platz am Balkon: Was für Haustiere an heißen Tagen zunächst nach Erfrischung klingt, kann schnell gefährlich werden. Die Tierschutzombudsstelle Wien warnt vor typischen Fehlern im Umgang mit Hund, Katze, Kleintier und Vogel bei Hitze.
Gerade im Sommer möchten viele Tierhalterinnen und Tierhalter ihren Vierbeinern oder Kleintieren etwas Gutes tun. Doch gut gemeinte Abkühlung kann laut Tierschutzombudsfrau Eva Persy unbeabsichtigt schaden. Besonders gefährlich sei es etwa, überhitzte Hunde plötzlich ins kalte Wasser springen zu lassen. Dabei könne die Aorta reißen, was innerhalb weniger Augenblicke tödlich enden könne.
Persy empfiehlt deshalb, Hunde nicht zu bespritzen oder ins Wasser zu zwingen. Stattdessen sollten Halterinnen und Halter flache Einstiegsstellen suchen, an denen das Tier selbstständig und in seinem eigenen Tempo ins Wasser gehen und es auch wieder verlassen kann.
Auch offene Fenster und Balkontüren bergen Risiken. Wenn die Temperaturen am Abend sinken, sorgen viele Menschen in ihren Wohnungen für frische Luft. Für Wohnungskatzen können ungesicherte Fenster und Balkone jedoch zur tödlichen Falle werden. In Wien verletzen sich in der warmen Jahreszeit laut Tierschutzombudsstelle rund 15 Katzen pro Tag infolge von Stürzen, teils schwer.
Fenster und Balkone mit Absturzgefahr sollten daher fachgerecht mit Gittern oder Netzen gesichert werden. Damit würden Tierhalterinnen und Tierhalter nicht nur ihre Katzen schützen, sondern auch gesetzliche Vorgaben erfüllen, so Persy.
Gefährlich kann Hitze auch für Kaninchen, Meerschweinchen und andere Kleintiere werden. Wer sie im Käfig ins Freie stellt oder auf ein abgestecktes Stück Rasen setzt, riskiert einen Hitzschlag. Ein Außengehege müsse daher über verlässliche Schattenplätze und Kühlmöglichkeiten verfügen, die unabhängig vom Sonnenstand Schutz bieten.
Auch Vögel dürfen an heißen Tagen nicht einfach an Fenster oder auf Balkone gestellt werden. Volieren gehören an einen gut temperierten, zugfreien Ort. Wellensittiche und andere Ziervögel müssen vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Eine sanfte Erfrischung kann eine leichte Dusche aus der Sprühflasche sein, sofern handwarmes Wasser verwendet und die Tiere vorsichtig benetzt werden.
Vorsicht ist zudem bei sommerlichen Leckereien geboten. Manche Hundehalterinnen und Hundehalter teilen gerne ihr Eis mit dem Vierbeiner. Doch in immer mehr Eissorten steckt Birkenzucker, auch Xylit genannt. Dieser Stoff ist für Hunde hochgiftig; schon wenige Gramm können lebensbedrohlich sein. Auch Milchzucker oder Schokolade können Hunden schaden.
Als sichere Alternative empfiehlt Persy selbst gemachtes Hundeeis aus gut verträglichen Zutaten, die püriert und in einem Muffinförmchen oder Schleckspielzeug eingefroren werden. Auch spezielle Fertigprodukte für Hunde seien geeignet.
Die Tierschutzombudsstelle appelliert an Tierhalterinnen und Tierhalter, bei sommerlichen Temperaturen besonders aufmerksam zu sein. Entscheidend sei nicht die gut gemeinte Idee, sondern eine Abkühlung, die zur jeweiligen Tierart passt und keine zusätzlichen Gefahren schafft.
Quelle: Stadt Wien - Kommunikation und Medien