14.07.2026
Foto: dbn
Der jüngste Photovoltaik-Fördercall des Wirtschaftsministeriums sorgt in der Elektrotechnikbranche für Unmut. Bereits nach 33 Sekunden waren alle Mittel vergeben – viele Betriebe kamen gar nicht erst zum Zug.
Mit deutlicher Kritik reagiert die Bundesinnung der Elektrotechniker auf den jüngsten Photovoltaik-Fördercall des Wirtschaftsministeriums. Nach Angaben der Branche waren sämtliche Fördermittel bereits nach 33 Sekunden ausgeschöpft. Zahlreiche Elektrotechnikbetriebe hätten dadurch keine Möglichkeit gehabt, ihre vorbereiteten Projekte erfolgreich einzureichen.
Viele Unternehmen befanden sich demnach noch im Anmeldeprozess, als das Budget bereits vergeben war. Für Bundesinnungsmeister Christian Bräuer zeigt dieser Ablauf, dass das bestehende Fördersystem seinen Zweck verfehle. „Wenn Förderungen innerhalb von 33 Sekunden vergeben sind, läuft etwas grundlegend falsch“, kritisiert Bräuer.
Branche fordert verlässliche Rahmenbedingungen
Die Elektrotechnikbetriebe seien zentrale Partner bei der Umsetzung der Energiewende, betont die Bundesinnung. Dafür brauche es jedoch planbare Rahmenbedingungen statt eines Wettlaufs gegen die Uhr. Die Betriebe würden Kundinnen und Kunden beraten, Projekte vorbereiten und Investitionen begleiten. Wenn Fördermittel jedoch bereits nach wenigen Sekunden erschöpft seien, führe das zu Frust und Unsicherheit.
Bräuer sieht darin nicht nur ein Problem für die Betriebe, sondern auch für jene Menschen, die in erneuerbare Energie investieren wollen. „So, wie dieses Fördersystem derzeit ausgestaltet ist, hilft es niemandem. Im Gegenteil: Es schafft Verärgerung, Unsicherheit und verhindert eine planbare Umsetzung wichtiger Projekte“, erklärt der Bundesinnungsmeister.
Mehr Fokus auf Speicher, Smart Home und Qualität
Die Bundesinnung fordert daher einen grundlegenden Systemwechsel. Statt kurzfristiger Fördercalls brauche es ein ganzheitliches, langfristig planbares Fördersystem. Im Mittelpunkt müsse die Kombination von Photovoltaikanlagen und Energiespeichern stehen – unter Berücksichtigung der Netz- und Systemdienlichkeit.
Darüber hinaus spricht sich die Branche für Fördermodelle in den Bereichen Gebäudeautomatisierung, Smart-Home-Technologien, Digitalisierung und elektrische Heizsysteme in Verbindung mit erneuerbarer Energie aus. Auch energieeffiziente Beleuchtungssysteme sollten künftig stärker berücksichtigt werden.
Einheitliche Standards gefordert
Ein weiterer Punkt betrifft die Qualitätssicherung. Förderungen sollen nach Ansicht der Bundesinnung nur für Produkte und Systeme mit bundeseinheitlichen Prüfberichten gewährt werden. Dadurch sollen Sicherheit, Qualität und langfristige Investitionssicherheit gewährleistet werden. „Die Energiewende braucht keine Zufallstreffer im Sekundentakt, sondern ein verlässliches Fördersystem mit klaren Perspektiven“, sagt Bräuer abschließend.
Quelle: WKO