Ausgabe 2026/07

14.07.2026

Neuwagen in der EU werden immer größer

Foto: dbn

Neuwagen in der EU werden immer größer

Autos in Europa werden seit Jahren größer. Eine aktuelle Studie von Transport & Environment zeigt deutliche Zuwächse bei Länge, Breite, Höhe und Motorhauben. Der VCÖ warnt vor Folgen für Verkehrssicherheit, Energieverbrauch und den knappen Platz im Straßenraum.
Die Neuwagen in der Europäischen Union sind in den vergangenen 25 Jahren deutlich gewachsen. Laut einer veröffentlichten Studie von Transport & Environment (T&E), dem europäischen Dachverband des VCÖ, war ein im Jahr 2025 neu zugelassener Pkw im EU-Schnitt 4,38 Meter lang, 1,82 Meter breit und 1,57 Meter hoch. Seit dem Jahr 2000 bedeutet das ein Plus von 29 Zentimetern in der Länge sowie jeweils 13 Zentimetern bei Breite und Höhe.


Besonders große SUV und Pick-ups treiben diese Entwicklung voran. Auch die Motorhauben sind höher geworden: Seit 2010 stieg ihre durchschnittliche Höhe um sieben Zentimeter auf zuletzt 84 Zentimeter. Verkehrsexpertinnen und -experten sehen darin ein wachsendes Sicherheitsrisiko, vor allem für Kinder, Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende.

Eine im Vorjahr veröffentlichte Meta-Studie mit Daten von insgesamt 650.000 Verkehrsunfällen kam zu dem Ergebnis, dass Kinder bei einer Kollision mit einem großen SUV, Pick-up oder Kleintransporter ein um 82 Prozent höheres Risiko haben, tödlich verletzt zu werden, als bei einer Kollision mit einem herkömmlichen Pkw. Hinzu kommt, dass hohe Motorhauben die Sicht nach vorne einschränken können. Studien zufolge können Lenkerinnen und Lenker mancher Pick-ups sogar rund 1,30 Meter große Kinder unmittelbar vor dem Fahrzeug nicht sehen.

„Die US-Amerikanisierung von Europas Neuwagenflotte hat vielfache negative Auswirkungen“, sagt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Große Autos verbrauchten mehr Energie, nähmen beim Fahren und Parken mehr Raum ein und könnten andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer behindern. Gerade in Städten werde der Platz im Straßenraum jedoch zunehmend für kühlende Grünflächen benötigt, um die Belastung durch Hitze zu reduzieren.

Setzt sich der Trend fort, könnten Neuwagen im Jahr 2040 im Schnitt 1,90 Meter breit, 1,63 Meter hoch und 4,56 Meter lang sein. T&E und der VCÖ fordern daher Maßnahmen auf europäischer Ebene. Die EU-Kommission solle die Breite von Neuwagen sowie die Höhe der Fahrzeugfronten begrenzen. Eine Rückkehr der Fahrzeuggrößen auf das Niveau des Jahres 2015 könnte laut Studie bis 2040 rund 100 Millionen Barrel Erdölimporte einsparen.

Auch Österreich sieht der VCÖ in der Pflicht. Für besonders breite Pkw und Fahrzeuge mit hoher Front solle es bei der Normverbrauchsabgabe und der motorbezogenen Versicherungssteuer einen Malus geben. Zudem schlägt die Mobilitätsorganisation vor, die Tarife für das Anwohnerparken nach der beanspruchten Fläche eines Fahrzeugs zu staffeln. Vorbilder dafür gebe es bereits in Städten wie Basel, Aachen und Koblenz.

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