Ausgabe 2026/07

14.07.2026

Warnung vor Abzocke durch unseriöse Notdienste

Foto: dbn

Warnung vor Abzocke durch unseriöse Notdienste

Wenn die Wohnungstür ins Schloss fällt und der Schlüssel drinnen liegt, ist schnelle Hilfe gefragt. Doch genau diese Notlage nutzen unseriöse Handwerkerinnen und Handwerker im Notdienst laut Arbeiterkammer immer wieder aus. Die AK rät deshalb zu Vorsicht bei Internet-Suchen und zur rechtzeitigen Vorbereitung.

Es passiert oft in einem unachtsamen Moment: Noch schnell den Müll hinuntertragen, die Tür fällt zu – und der Schlüssel bleibt in der Wohnung. Wer dann unter Zeitdruck nach einem Notdienst sucht, landet schnell bei Anbietern, die im Internet prominent angezeigt werden und mit besonders günstigen Preisen werben. Nach Angaben der Arbeiterkammer häufen sich jedoch Beschwerden über betrügerische Handwerkerinnen und Handwerker im Notdienst, die vor Ort deutlich höhere Beträge verlangen und häufig auf sofortige Barzahlung bestehen.

Besonders aufmerksam sollten Konsumentinnen und Konsumenten werden, wenn der angebotene Preis plötzlich stark steigt, die Arbeit unprofessionell wirkt oder Druck ausgeübt wird. „Bei einer Internet-Suche werden sie meist zuerst angezeigt und haben niedrige Preise. Wer unter Druck gesetzt oder gar bedroht wird, sollte umgehend die Polizei rufen“, warnt AK-Konsumentenschützerin Kirstin Grüblinger.

Die Rückforderung überhöhter Beträge ist laut AK oft schwierig. Viele Anbieter verschwinden rasch wieder aus dem Internet und treten später unter neuem Namen auf. Deshalb empfiehlt die Arbeiterkammer, bereits vor einem Notfall seriöse Betriebe zu recherchieren und deren Telefonnummer im Handy zu speichern.

Woran man unseriöse Anbieter erkennt
Warnsignale sind auffällig niedrige Lockpreise, wenige oder ausschließlich positive Bewertungen, unklare Angaben zum Unternehmen sowie die Forderung nach sofortiger Barzahlung. Auch wenn der Endpreis deutlich höher ausfällt als am Telefon vereinbart, sollten Betroffene nicht vorschnell zahlen.

So schützt man sich im Notfall
Wer ausgesperrt ist, sollte zunächst Ruhe bewahren und nicht automatisch die erstgereihte Telefonnummer aus der Internet-Suche wählen. Sinnvoll ist es außerdem, Bewertungen kritisch zu prüfen und bereits beim ersten Kontakt nach einem verbindlichen Preis zu fragen.
Zur Vorsorge empfiehlt die AK, die eigene Haushaltsversicherung zu prüfen. Viele Polizzen übernehmen die Kosten einer Türöffnung oder nennen vertrauenswürdige Schlüsseldienste. Zusätzlich kann die Hotline des Kompetenzzentrums für Einbruchsschutz und Objektsicherung im Handy gespeichert werden, das seriöse Betriebe mit Gütesiegel vermittelt.

Infokasten: Tipps der AK
• Keine übereilte Entscheidung bei Internet-Suchen treffen.
• Bewertungen und Unternehmensangaben genau prüfen.
• Bei stark erhöhten Preisen oder Druck nicht sofort zahlen.
• Bei Bedrohung oder Verdacht auf Betrug die Polizei verständigen.
• Seriöse Handwerkerinnen und Handwerker sowie Notfallnummern schon vorab speichern.

Quelle: AK

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