Ausgabe 2026/06

15.06.2026

Einige Bezirke erreichen Ziel „null Verkehrstote“

Foto: dbn

Einige Bezirke erreichen Ziel „null Verkehrstote“

Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt große regionale Unterschiede bei tödlichen Verkehrsunfällen in Österreich. Während mehrere Bezirke und Städte im Jahr 2025 keinen einzigen Verkehrstoten verzeichneten, gab es in anderen Regionen besonders viele Opfer. Der VCÖ fordert deshalb niedrigere Tempolimits, bessere Radwege und mehr öffentliche Verkehrsangebote.

Österreichs Straßenverkehr bleibt regional sehr unterschiedlich sicher. Laut einer Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der Statistik Austria erreichten im Vorjahr die Bezirke Dornbirn, Güssing und Hermagor das Ziel „null Verkehrstote“. Auch die Statutarstädte St. Pölten, Steyr, Krems, Eisenstadt, Waidhofen an der Ybbs und Rust blieben ohne tödlichen Verkehrsunfall. In Wien gab es in neun Bezirken keinen Verkehrstoten, darunter Favoriten, Innere Stadt, Alsergrund, Josefstadt, Margareten, Mariahilf, Neubau, Währing und Wieden.

Gleichzeitig zeigt die Auswertung, wie stark sich die Unfallbilanz zwischen den Regionen unterscheidet. In den 15 Bezirken mit den meisten Verkehrstoten ereignete sich rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle in Österreich. Besonders betroffen waren Innsbruck-Land und St. Pölten-Land mit jeweils zwölf Todesopfern. Dahinter folgten Salzburg-Umgebung mit elf sowie Melk, Leibnitz und Spittal an der Drau mit jeweils neun Verkehrstoten.

„Jeder tödliche Verkehrsunfall ist einer zu viel“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Aus Sicht des VCÖ müsse Österreich stärker bei den Hauptunfallursachen ansetzen. Im Vorjahr waren 55 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle auf nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Ablenkung und Unachtsamkeit zurückzuführen. Besonders das Handy am Steuer bleibe ein Problem: 112.000 Handy-Delikte wurden 2025 von der Exekutive geahndet.

Der VCÖ unterstützt daher die Forderung nach rechtlichen Grundlagen für den Einsatz sogenannter Handy-Blitzer. Außerdem soll die Nutzung des Handys am Steuer in das Vormerksystem aufgenommen werden. Auch bei überhöhter Geschwindigkeit sieht die Mobilitätsorganisation Handlungsbedarf: Niedrigere Tempolimits, etwa Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen, mehr Kontrollen, der Rückbau von Raserstrecken und höhere Strafen könnten schwere Unfälle reduzieren.

Neben strengeren Maßnahmen fordert der VCÖ auch mehr Prävention. Eine bessere Radinfrastruktur könne Leben retten: Zwischen 2022 und 2024 starben in Österreich 118 Menschen mit Fahrrad oder E-Bike bei Verkehrsunfällen. Laut Unfallstatistik ereignete sich jedoch kein einziger tödlicher Radunfall auf einem baulich getrennten Radweg.

Mehr öffentliche Verkehrsangebote als Prävention
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau öffentlicher Verkehrsverbindungen, insbesondere in den Regionen. Am Wochenende könnten laut VCÖ Anrufsammeltaxis und Nachtbusse dazu beitragen, schwere Unfälle von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu verhindern. Die Organisation schlägt vor, einen Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen zweckgewidmet für solche Angebote zu verwenden.

Quelle: VCÖ

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