Ausgabe 2026/06

15.06.2026

Sommerurlaub bleibt trotz Teuerung ein Fixpunkt

Foto: dbn

Sommerurlaub bleibt trotz Teuerung ein Fixpunkt

Der Sommerurlaub bleibt für die Menschen in Österreich ein wichtiger Bestandteil des Jahres. Trotz Teuerung, wirtschaftlicher Unsicherheit und geopolitischer Spannungen planen laut aktuellem Deloitte Summer Survey sieben von zehn Österreicherinnen und Österreichern, in diesem Sommer zu verreisen. Knapp ein Drittel der Befragten möchte sogar mehrmals Urlaub machen.

Reisebudget sinkt im Vergleich zum Vorjahr
Die angespannte wirtschaftliche Lage macht sich dennoch bemerkbar. Das durchschnittliche Reisebudget liegt heuer bei rund 1.300 Euro pro Person und damit um etwa 200 Euro unter dem Vorjahreswert. „Auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten lassen sich die Österreicherinnen und Österreicher ihren Urlaub nicht nehmen“, erklärt Orsolya Hegedüs, Partnerin bei Deloitte Österreich. Gleichzeitig zeige sich aber, dass die Teuerung Spuren hinterlassen habe.

Viele Reisende reagieren mit bewussteren Entscheidungen. Jede fünfte Person plant, am Urlaubsort weniger Geld auszugeben. Andere achten verstärkt auf Rabatte und Sonderangebote, wählen günstigere Reiseziele oder verkürzen ihren Aufenthalt.

Auch bei der Wahl der Destination zeigt sich Zurückhaltung. Fast drei Viertel der Urlauberinnen und Urlauber bleiben innerhalb Europas, 37 Prozent verbringen ihren Sommerurlaub in Österreich. Fernreisen spielen laut Umfrage heuer nur eine untergeordnete Rolle.

Urlaubsgeld wird häufiger für den Alltag gebraucht
Mehr als die Hälfte der Bezieherinnen und Bezieher verwendet das Urlaubsgeld zumindest teilweise für den Sommerurlaub. Gleichzeitig steigt jedoch die Zahl jener, die das zusätzliche Einkommen für laufende Ausgaben benötigen: Bereits jede vierte Person nutzt das Urlaubsgeld zur Finanzierung des Alltags.

Harald Breit, CEO von Deloitte Österreich, sieht darin ein deutliches Signal. „Wenn das Urlaubsgeld zunehmend für laufende Kosten statt für Erholung verwendet werden muss, zeigt das deutlich, wie stark die finanziellen Belastungen vieler Haushalte gestiegen sind“, betont er. Diese Entwicklung sollte aus seiner Sicht auch als Warnsignal für den Standort Österreich verstanden werden.

Krisen beeinflussen die Reiseplanung
Neben den finanziellen Belastungen wirken sich auch internationale Krisen auf das Reiseverhalten aus. Mehr als jede zweite Person gibt an, ihre Reise aufgrund aktueller geopolitischer Entwicklungen – etwa des Konflikts im Nahen Osten – angepasst zu haben. Viele bevorzugen Reiseziele innerhalb Europas, meiden bestimmte Regionen oder informieren sich vor Reiseantritt genauer über die Sicherheitslage. Auch steigende Spritpreise fließen in die Planung ein: Sieben von zehn Befragten berücksichtigen die höheren Kosten bei ihrer Urlaubsentscheidung.

Parallel dazu wächst das Bedürfnis nach Absicherung. Vier von zehn Reisenden haben für den diesjährigen Sommerurlaub eine Reise- oder Stornoversicherung abgeschlossen. Ein Viertel davon gibt an, üblicherweise keine Versicherung abzuschließen, sich heuer aber bewusst dafür entschieden zu haben. „Der Sommerurlaub ist heute nicht mehr nur eine Budgetfrage. Sicherheit entwickelt sich zunehmend zu einem entscheidenden Faktor bei der Wahl des Reiseziels“, sagt Breit. Für die Tourismusbranche werde Sicherheit damit immer stärker zu einem Wettbewerbsfaktor.

Quelle: Deloitte Österreich

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