Ausgabe 2026/06

12.06.2026

Kritik an geplanter Streichung von Telearbeits- und Arbeitsplatzpauschale

Foto: dbn

Kritik an geplanter Streichung von Telearbeits- und Arbeitsplatzpauschale

Die geplante Abschaffung steuerlicher Pauschalen für Arbeiten im Homeoffice sorgt für Kritik. Elisabeth Götze, Wirtschafts- und Entrepreneurship-Sprecherin der Grünen, sieht darin eine zusätzliche Belastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie für Ein-Personen-Unternehmerinnen und Ein-Personen-Unternehmer.

Aus Sicht der Grünen kommt die Bundesregierung mit der geplanten Streichung des Telearbeits- und des Arbeitsplatzpauschales den Anforderungen einer modernen Arbeitswelt nicht nach. Götze bezeichnete die Maßnahme als „Steuererhöhung für die arbeitende Bevölkerung“ und kritisierte, die Regierung orientiere sich offenbar an Arbeitsmodellen vergangener Jahrzehnte.

Bei den betroffenen Pauschalen handelt es sich um steuerliche Abgeltungen für Kosten, die beim Arbeiten von zu Hause entstehen, etwa für Strom oder Internet. Nach Ansicht Götzes würde eine Streichung dazu führen, dass diese Ausgaben stärker auf Beschäftigte sowie auf Ein-Personen-Unternehmerinnen und Ein-Personen-Unternehmer verlagert werden.

Besonders betroffen seien laut Götze Menschen, die sich bereits an flexible und ortsunabhängige Arbeitsformen angepasst haben. Viele Ein-Personen-Unternehmen verfügten über keinen eigenen Arbeitsraum; genau dafür sei das Arbeitsplatzpauschale bisher eine wichtige Anerkennung gewesen.

Die Grünen warnen zudem vor wirtschaftlichen Folgen. In Zeiten hoher Lebenshaltungskosten könne eine zusätzliche Belastung der Mittelschicht den privaten Konsum schwächen und sich negativ auf die Konjunktur auswirken. Auch die ökologischen Vorteile der Telearbeit würden aus Sicht Götzes zu wenig berücksichtigt.

Die geplante Einsparung beziffert Götze mit knapp 100 Millionen Euro ab dem Jahr 2028. Angesichts der Bedeutung digitaler und flexibler Arbeitsmodelle spricht sie von einem „massiven steuerpolitischen Rückschritt“.

Quelle: Grüner Klub im Parlament

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