Ausgabe 2026/06

12.06.2026

ORF-Stiftungsrat bestellt Clemens Pig zum neuen Generaldirektor

Foto: gemeinfrei

ORF-Stiftungsrat bestellt Clemens Pig zum neuen Generaldirektor

Die Bestellung von Clemens Pig zum neuen ORF-Generaldirektor sorgt für Kritik aus der Zivilgesellschaft. Die Organisation #aufstehn sieht darin ein Zeichen für parteipolitischen Einfluss und fordert eine transparente Reform der ORF-Gremien.

Der ORF-Stiftungsrat hat Clemens Pig heute zum neuen Generaldirektor des Österreichischen Rundfunks bestellt. Während die Entscheidung formal gefallen ist, bleibt für die gemeinnützige Organisation #aufstehn eine zentrale Sorge bestehen: Die Besetzung der ORF-Spitze wirke wie das Ergebnis politischer Absprachen und nicht wie das Resultat eines offenen, transparenten Verfahrens.

„Der ORF gehört uns allen – nicht den Parteien. Wenn schon Wochen vor der Wahl festzustehen scheint, wer gewinnt, hinterlässt das einen schalen Beigeschmack. Für viele wirkt die Bestellung von Clemens Pig wie eine zwischen den Parteien ausgemachte Postenbesetzung. Das schadet dem Vertrauen in den ORF und ist demokratiepolitisch höchst bedenklich“, erklärte Christian Haslinger, Kampagnenleiter bei #aufstehn.

Protest für einen unabhängigen ORF
Bereits im Vorfeld der Wahl hatten mehr als 17.000 Menschen eine Petition von #aufstehn für eine faire, transparente und unabhängige Besetzung der ORF-Spitze unterstützt. Bei einer Kundgebung am Ballhausplatz machten Journalistinnen und Journalisten, Medienexpertinnen und Medienexperten sowie Bürgerinnen und Bürger auf die Bedeutung eines starken öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufmerksam.

Die Kritik der Organisation richte sich nicht gegen die Person Clemens Pig, sondern gegen ein System, das den Eindruck erwecke, parteipolitischer Einfluss sei bei der Bestellung der ORF-Spitze und weiterer wichtiger Posten ausschlaggebend. Haslinger sprach von einem „Weckruf“ und forderte die Bundesregierung auf, ihr Versprechen zur Entpolitisierung des ORF umzusetzen. Dazu zähle nicht nur die Besetzung zentraler Positionen, sondern auch eine umfassende Reform der Gremien, um die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks langfristig zu sichern.

Quelle: #aufstehn

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