Ausgabe 2026/06

15.06.2026

Lebensmittel- und Geldverwendung: Mindesthaltbarkeitsdatum sorgt weiter für Irrtümer

Foto: dbn

Lebensmittel- und Geldverwendung: Mindesthaltbarkeitsdatum sorgt weiter für Irrtümer

Ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht automatisch, dass ein Lebensmittel verdorben ist. Dennoch landen in Österreich jedes Jahr große Mengen genießbarer Produkte im Müll. Die Website wenigermist.at informiert darüber, wie Konsumentinnen und Konsumenten Lebensmittel richtig beurteilen und Verschwendung vermeiden können.

Ob Joghurt, Reis oder Konserve: In vielen Haushalten entscheidet das Datum auf der Verpackung darüber, ob ein Produkt gegessen oder weggeworfen wird. Dabei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum, kurz MHD, keine Grenze für die Genießbarkeit, sondern eine Garantie der Herstellerinnen und Hersteller für die optimale Qualität eines Produkts. Wird es falsch verstanden, hat das spürbare Folgen für Geldbörse, Klima und Ressourcen.

Studien zufolge gehen rund zehn Prozent der Lebensmittelabfälle in Österreich auf das Mindesthaltbarkeitsdatum zurück. „Wir werfen Lebensmittel weg, die noch völlig in Ordnung sind – nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Das ist nicht nur teuer für Haushalte, sondern auch eine enorme Belastung für das Klima und Ressourcenverschwendung“, betont der Wiener Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

MHD ist kein Wegwerfdatum
Ein häufiger Irrtum besteht darin, das Mindesthaltbarkeitsdatum mit dem Verbrauchsdatum zu verwechseln. Der Unterschied ist entscheidend: „Mindestens haltbar bis“ bedeutet, dass ein Produkt auch nach Ablauf des Datums noch genießbar sein kann. „Zu verbrauchen bis“ hingegen ist bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie frischem Fisch oder Fleisch strikt einzuhalten.

Das MHD gibt an, bis zu welchem Zeitpunkt die optimale Qualität eines Lebensmittels garantiert wird. Viele Produkte sind darüber hinaus noch lange verwendbar – vor allem trockene Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder ungeöffnete Konserven, sofern sie richtig gelagert wurden. Selbst Honig muss ein Mindesthaltbarkeitsdatum tragen, obwohl er praktisch unbegrenzt haltbar ist.

Entscheidend ist die richtige Lagerung. Lebensmittel sollten vor Verunreinigungen geschützt, gut verschlossen aufbewahrt und vor Schädlingen gesichert werden. Bei verderblichen Produkten ist zudem darauf zu achten, dass die Kühlkette möglichst nicht unterbrochen wird – etwa durch die Verwendung einer Kühltasche beim Einkauf.

Sehen, riechen, kosten
Beim Mindesthaltbarkeitsdatum sind die eigenen Sinne oft die beste Entscheidungshilfe. Wer ein Lebensmittel ansieht, daran riecht und vorsichtig kostet, kann meist gut einschätzen, ob es noch genießbar ist. Gerade bei lang haltbaren Produkten lohnt sich diese Prüfung besonders.

Hunderttausende Tonnen vermeidbarer Abfall
Die Dimension des Problems ist groß: Mehr als zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher gehen davon aus, dass Lebensmittel nach Ablauf des MHD nicht mehr bedenkenlos gegessen werden können. Gleichzeitig landen in Österreich jährlich rund 415.000 Tonnen Lebensmittel im Müll, die vermeidbar gewesen wären. Pro Haushalt werden dabei Lebensmittel im Wert von bis zu 800 Euro pro Jahr weggeworfen – das entspricht etwa zwei Monatseinkäufen.

Informationen wie jene auf wenigermist.at sollen helfen, diese Verschwendung zu reduzieren. Wer das Mindesthaltbarkeitsdatum richtig versteht und Lebensmittel bewusst prüft, kann nicht nur Geld sparen, sondern auch einen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten.

Quelle: Stadt Wien

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