Ausgabe 2026/06

12.06.2026

BYD greift Europas Sportwagen-Elite an

Foto: BYD

BYD greift Europas Sportwagen-Elite an

Mit dem Denza Z bringt Chinas Autogigant BYD ein Elektro-Hypercar nach Europa, das etablierte Luxusmarken frontal herausfordert. Das Modell soll im Juli beim Goodwood Festival of Speed seinen großen Auftritt feiern und mit mehr als 1.000 PS, extrem kurzer Ladezeit und auffälligem Design ein klares Signal setzen: BYD will nicht mehr nur über Reichweite und Preis sprechen, sondern auch über Prestige, Performance und Emotion.

Schon die ersten Bilder zeigen, wohin die Reise geht. Der Denza Z duckt sich flach auf die Straße, trägt eine lange Haube, große Lufteinlässe und sichtbare Carbon-Elemente. Die Silhouette erinnert eher an europäische Supersportwagen als an klassische Elektroautos aus China. Verantwortlich für die Formensprache ist Wolfgang Egger, der früher unter anderem für Marken wie Lamborghini und Audi gearbeitet hat. BYD plant den Denza Z offenbar in mehreren Varianten: als geschlossenes Hardtop, als Soft-Top-Version und als besonders scharf abgestimmte Track-Edition.

Drei Motoren, brutale Beschleunigung
Technisch setzt BYD auf eine kompromisslose Ansage. Drei Elektromotoren sollen gemeinsam weit über 1.000 PS auf die Straße bringen. Der Sprint von null auf 100 km/h wird mit unter zwei Sekunden angegeben – ein Wert, der den Denza Z in die Nähe der schnellsten Elektro-Hypercars der Welt rückt. Damit richtet sich das Modell nicht nur gegen Porsche, Ferrari oder Mercedes-AMG, sondern auch gegen neue elektrische Herausforderer im Luxussegment.

Besonders auffällig ist die angekündigte Ladeleistung. In rund neun Minuten soll der Akku von 10 auf 97 Prozent geladen werden können. Dafür wären allerdings extrem leistungsstarke 1.500-kW-Ladesäulen nötig, die im Alltag derzeit kaum verfügbar sind. Die WLTP-Reichweite wird mit bis zu 599 Kilometern angegeben; auf schnellen Autobahnetappen dürfte der reale Wert deutlich darunter liegen. Trotzdem zeigt BYD, wie stark die Marke inzwischen auf Hochleistungstechnik setzt.

Vom Batteriehersteller zum E-Auto-Riesen
Die Geschichte hinter BYD begann nicht mit Sportwagen, sondern mit Akkus. Gegründet wurde das Unternehmen Mitte der 1990er-Jahre in Shenzhen von Wang Chuanfu. Anfangs produzierte BYD wiederaufladbare Batterien für Mobiltelefone und Elektronikgeräte. Aus dieser technischen Basis entwickelte sich schrittweise ein Konzern, der Batterien, Elektronikkomponenten, Fahrzeuge und Energielösungen aus einer Hand anbieten kann.

Der Einstieg ins Autogeschäft folgte Anfang der 2000er-Jahre. BYD kaufte einen chinesischen Autohersteller und begann, eigene Fahrzeuge zu entwickeln. Was zunächst von vielen Beobachtern belächelt wurde, erwies sich als strategischer Vorteil: Weil BYD Batterien, Antriebe und viele Schlüsselkomponenten selbst fertigt, konnte der Konzern schneller und günstiger skalieren als viele Wettbewerber. Spätestens mit modernen LFP-Akkus und der sogenannten Blade Battery wurde BYD zu einem der wichtigsten Treiber der Elektromobilität.

Luxus statt nur Volumen
Mit Denza verfolgt BYD nun ein anderes Ziel als im Massengeschäft: Die Marke soll zeigen, dass chinesische Elektroautos auch im Premium- und Performance-Segment ernst genommen werden müssen. Der Denza Z ist dabei mehr als ein einzelnes Modell. Er ist ein Schaufenster für Technik, Design und Markenambition. Dass BYD den europäischen Auftritt ausgerechnet auf einer traditionsreichen Bühne wie Goodwood plant, ist daher kein Zufall, sondern eine Kampfansage an die alte Sportwagenordnung.

Preislich dürfte der Denza Z oberhalb des Denza Z9 GT liegen, der in Europa bei rund 115.000 Euro startet. Damit bleibt das Hypercar zwar teuer, könnte im Vergleich zu etablierten Supersportwagen aber dennoch als aggressiv positioniertes Angebot gelten. Parallel bereitet BYD weitere Modelle für Europa vor, darunter luxuriöse Limousinen und GT-Fahrzeuge. Der Denza Z soll beweisen: BYD will nicht nur mit Stückzahlen gewinnen, sondern auch mit Strahlkraft.

Quelle: byd

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