12.06.2026
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Der Pensionistenverband Österreichs übt scharfe Kritik an den aktuellen Budgetplänen rund um die Altersteilzeit. Präsidentin Birgit Gerstorfer wirft den NEOS vor, ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu einem einfachen Sparziel zu machen, anstatt grundlegende Probleme am Arbeitsmarkt zu lösen.
Hintergrund ist die politische Debatte über Einsparungen beim sogenannten „Zwischenparken“ von Arbeitskräften beim Arbeitsmarktservice. Weil sich die Koalitionsparteien dabei offenbar nicht einigen können, werde nun die Altersteilzeit ins Visier genommen, kritisiert Gerstorfer. Das sei „ein bequemes Ausweichen vor den eigentlichen Problemen am Arbeitsmarkt“ und ein sozialpolitischer Schlag gegen Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet hätten.
Besonders deutlich kritisiert Gerstorfer die Überlegung, die Altersteilzeit künftig nur noch Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen zugänglich zu machen. Dadurch sollen die Kosten laut den genannten Plänen von rund 600 Millionen Euro auf etwa 200 Millionen Euro sinken. Wer dieses arbeitsmarktpolitische Instrument pauschal als „teure Gießkanne“ bezeichne, betreibe Stimmung gegen ältere Beschäftigte, so die PVÖ-Präsidentin.
Auch eine von der ÖVP ins Spiel gebrachte Bemessungsobergrenze von 75 Prozent der Höchstbeitragsgrundlage sieht der Pensionistenverband kritisch. Aus Sicht des PVÖ würde damit ein bewährtes Modell Schritt für Schritt ausgehöhlt. Gerstorfer verweist darauf, dass die Altersteilzeit bereits in den vergangenen Jahren mehrfach verschärft und zeitlich begrenzt worden sei.
Der Verband betont, dass ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Pensionistinnen und Pensionisten bereits heute erheblich zur Budgetstabilisierung beitragen. Genannt werden unter anderem höhere Krankenversicherungsbeiträge, sinkende Kaufkraft und steigende Lebenshaltungskosten. Gleichzeitig nehme das Risiko von Langzeitarbeitslosigkeit ab 55 Jahren deutlich zu, während der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt für viele Betroffene schwierig bleibe.
„Altersteilzeit ist kein Luxus, sondern für viele ein notwendiges Instrument, um überhaupt bis zur Pension durchhalten zu können“, warnt Gerstorfer. Kürzungen in diesem Bereich würden aus Sicht des PVÖ ein fatales Signal senden: Die ältere Generation dürfe nicht zum einfachsten Sparposten werden.
Quelle: Pensionistenverband Österreichs