Ausgabe 2026/05

15.05.2026

Wohnkosten treiben viele Haushalte zum Sparen

Foto: dbn

Wohnkosten treiben viele Haushalte zum Sparen

Steigende Ausgaben für Miete, Energie und Kredite setzen viele Menschen in Österreich unter Druck. Laut einer aktuellen Umfrage schränken vor allem Mieter und Mieterinnen sowie Menschen zwischen 30 und 39 Jahren ihren Konsum, ihre Freizeit und sogar Urlaubspläne deutlich ein.
Die stark gestiegenen Wohnkosten der vergangenen Jahre verändern das Ausgabeverhalten vieler Menschen spürbar. Um Miete, Energiekosten oder Kreditraten bezahlen zu können, drehen viele Haushalte an anderen Stellen den Geldhahn zu. Nur 16 Prozent der Befragten gaben an, ihre Ausgaben derzeit überhaupt nicht einschränken zu müssen. Das geht aus einer Umfrage von ImmoScout24.at hervor, die vom Marktforschungsinstitut Innofact unter 535 Personen in Österreich durchgeführt wurde.


Besonders häufig wird beim Essen gehen oder Ausgehen gespart: 56 Prozent der Befragten verzichten hier nach eigenen Angaben. Auch Kleidung und andere Konsumgüter werden für viele zur Sparmaßnahme, 43 Prozent geben in diesem Bereich weniger aus. Auf Urlaube verzichten 39 Prozent zumindest teilweise.

Die Einschnitte reichen dabei weit in den Alltag hinein. 34 Prozent sagen, dass sie weniger Geld für Freizeitaktivitäten oder Hobbys ausgeben. 29 Prozent sparen sogar bei Lebensmitteln und Getränken. Rund ein Viertel reduziert außerdem Ausgaben für Einrichtung, Geschenke oder Mobilität.

Die Umfrage zeigt zudem Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Während 61 Prozent der Frauen angeben, beim Essen gehen oder Ausgehen zu sparen, liegt dieser Anteil bei Männern bei 51 Prozent. Auch bei Kleidung und anderen Konsumgütern ist die Zurückhaltung unter Frauen stärker ausgeprägt: 51 Prozent schränken sich hier ein, bei Männern sind es 34 Prozent.

Besonders groß ist der Druck bei Menschen, die zur Miete wohnen. Sie müssen deutlich häufiger an anderer Stelle sparen als Eigentümer und Eigentümerinnen. Während unter den Eigentümern und Eigentümerinnen 20 Prozent angeben, keine Anpassungen vornehmen zu müssen, sind es bei den Mietern und Mieterinnen nur 14 Prozent. Auffällig ist der Unterschied vor allem bei Lebensmitteln: 35 Prozent der Mieter und Mieterinnen sparen hier, bei den Eigentümern und Eigentümerinnen sind es 23 Prozent. Auch bei Kleidung und Freizeitaktivitäten liegt der Anteil der Sparenden unter Mietern und Mieterinnen höher.

Auch das Alter spielt eine wichtige Rolle. Besonders betroffen sind der Erhebung zufolge Menschen zwischen 30 und 39 Jahren. In dieser Gruppe reduzieren 66 Prozent ihre Ausgaben für Essen gehen oder Ausgehen, beim Urlaub liegt der Anteil mit 50 Prozent ebenfalls besonders hoch. Aber auch junge Männer und junge Frauen zwischen 18 und 29 Jahren schränken sich häufig ein, etwa bei Freizeitaktivitäten oder beim Ausgehen.

Weniger stark betroffen zeigt sich hingegen die Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen, die in mehreren Bereichen geringere Einschnitte angibt. Die 50- bis 65-Jährigen liegen meist im Mittelfeld, weisen aber bei einzelnen Posten wie der Einrichtung weiterhin vergleichsweise hohe Sparquoten auf.

Trotz der breiten Einsparungen bleibt ein Bereich weitgehend verschont: Gesundheit. Nur 10 Prozent der Befragten erklärten, auch bei medizinischer Versorgung oder Gesundheitsausgaben zu sparen. Damit zeigt die Umfrage, dass grundlegende Bedürfnisse für die meisten weiterhin Vorrang haben.

Für die Erhebung befragte das Marktforschungsinstitut Innofact im April 2026 online 535 Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren. Die Angaben sollen repräsentativ für die österreichische Bevölkerung sein.

Quelle: ImmoScout24

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