15.05.2026
Foto: dbn
Das Wiener Marktamt hat mehr als 75.000 illegal importierte Eier aus der Ukraine aus dem Verkehr gezogen. Der Bauernbund sieht darin einen Beleg für funktionierende Kontrollen und fordert strengere Regeln für Importware sowie eine klare Herkunftskennzeichnung.
Auslöser der aktuellen Debatte ist ein Fall in Wien: Dort stoppte das Marktamt nach Behördenangaben mehr als 75.000 Eier aus der Ukraine, die weder gestempelt noch ordnungsgemäß gekennzeichnet waren. Damit fehlten wesentliche Informationen zu Herkunft und Haltungsform. Nach Einschätzung der Behörden entsprachen die Eier somit nicht den europäischen Vermarktungsnormen.
Bauernbund-Präsident Georg Strasser erklärte, der Vorfall zeige, wie wichtig konsequente Kontrollen im Lebensmittelhandel seien. Ohne diese Überprüfungen hätte die Ware in den Verkauf gelangen können. Zugleich mache der Fall sichtbar, dass es bei Importprodukten weiterhin Lücken bei Transparenz und Rückverfolgbarkeit gebe.
Forderung nach einheitlichen Standards
Der Bauernbund wertet das Einschreiten des Wiener Marktamts als Hinweis darauf, dass Lebensmittelkontrollen wirksam funktionieren können. Nach Ansicht der Interessenvertretung brauche es vor allem bei Importen aus Drittstaaten strengere Überprüfungen, eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und klare Kennzeichnungen. Entscheidend sei, dass alle Produkte, die auf den europäischen Markt gelangen, auch den geltenden Standards entsprechen.
Diskussion über das EU-Ukraine-Abkommen
Hintergrund der Debatte ist auch das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Ukraine. Dieses sieht vor, dass die Ukraine ihre Produktionsstandards bis 2028 an europäische Vorgaben anpasst. Kritiker verweisen jedoch darauf, dass selbst diese Standards teils unter dem österreichischen Niveau liegen. In Österreich gelten bei der Legehennenhaltung strengere Regeln, in die viele Betriebe in den vergangenen Jahren investiert haben.
Strasser betonte, österreichische Legehennenhalter würden hohe Anforderungen erfüllen und die entsprechenden Mehrkosten tragen. Deshalb müsse verhindert werden, dass diese Standards durch günstiger produzierte und intransparent gekennzeichnete Importware unter Druck geraten.
Besonders kritisch sieht der Bauernbund nach eigenen Angaben den Einsatz importierter Eier in verarbeiteten Lebensmitteln. Diese würden häufig nicht als Frischeier verkauft, sondern zu Flüssigei oder Trockenei weiterverarbeitet und anschließend etwa in Backwaren, Nudeln, Süßwaren, Fertigprodukten oder Mayonnaise verwendet. Für Konsumentinnen und Konsumenten sei die Herkunft der verwendeten Eier dann oft kaum noch nachvollziehbar.
Mehr Transparenz bei Importprodukten gefordert
Als Konsequenz fordert der Bauernbund eine Stärkung des Kontrollsystems sowie strengere Vorgaben für importierte Lebensmittel. Zudem spricht sich die Organisation für eine nationale und europäische Herkunftskennzeichnung aus. Aus ihrer Sicht könne nur so mehr Transparenz für Konsumentinnen und Konsumenten sowie fairer Wettbewerb für heimische Betriebe sichergestellt werden.
Quelle: Wiener ÖVP