Ausgabe 2026/05

15.05.2026

Mehr Verkehrstote im Jahr 2025: E-Bikes und E-Scooter rücken in den Fokus

Foto: APG/Niklas Stadler

Mehr Verkehrstote im Jahr 2025: E-Bikes und E-Scooter rücken in den Fokus

Die neue Unfallstatistik zeigt deutlich steigende Opferzahlen bei motorisierten Zweirädern. Der ÖAMTC fordert deshalb eine Helmpflicht ohne Altersgrenzen.
Die am Donnerstag veröffentlichte Verkehrsunfallstatistik 2025 der Statistik Austria zeichnet ein alarmierendes Bild. Vor allem bei Radfahrern, insbesondere bei E-Bike-Fahrern, ist die Zahl der Getöteten und Verletzten deutlich hoch geblieben. 65 Menschen kamen auf Fahrrädern ums Leben, darunter 32 auf E-Bikes. Insgesamt wurden 10.488 Radfahrer verletzt, davon 3.154 mit einem E-Bike. Auch E-Scooter-Unfälle forderten zahlreiche Opfer: Sechs Menschen starben, 2.597 wurden verletzt.


Insgesamt starben im vergangenen Jahr 403 Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich. Das sind 52 mehr als 2024. Besonders stark fiel der Anstieg bei den Pkw-Insassen aus: 166 Menschen verloren hier ihr Leben, 19 mehr als im Jahr davor. Auch bei Motorradfahrern blieb die Zahl mit 81 Todesopfern auf hohem Niveau. Bei den Fußgängern stieg die Zahl der Getöteten auf 58 und damit um 21 Prozent.

Mehr Verletzte bei Unfällen mit Fahrradbeteiligung
Mit insgesamt 47.041 Verletzten wurde 2025 zudem der höchste Wert seit 2017 registriert. Während die Zahl verletzter Pkw-Insassen zurückging, nahm die Zahl der verunglückten Radfahrer weiter zu. Gegenüber dem Vorjahr wurden 427 zusätzliche verletzte Radfahrer gezählt. Als Ursachen gelten die zunehmende Nutzung des Fahrrads, ein verändertes Freizeitverhalten und der anhaltende Trend zum E-Bike. Besonders häufig betroffen ist laut ÖAMTC die Altersgruppe 50 plus.

Der ÖAMTC sieht darin einen klaren politischen Handlungsauftrag. Der Mobilitätsclub fordert eine Helmpflicht für E-Bikes und E-Scooter, die nicht auf Kinder und Jugendliche beschränkt ist. Verkehrstechniker David Nosé betonte, die aktuellen Zahlen zeigten deutlich, dass vor allem Erwachsene vom Unfallgeschehen betroffen seien. Gerade bei E-Bikes sei der Großteil der tödlich Verunglückten seit Jahren älter als 14 Jahre.

Kritik an der jüngsten StVO-Novelle
Die seit 1. Mai geltende StVO-Novelle sieht eine Helmpflicht nur für E-Bike-Fahrer bis 14 Jahre und für E-Scooter-Lenker bis 16 Jahre vor. Aus Sicht des ÖAMTC greift diese Regelung zu kurz. Der Club argumentiert, dass die Mehrheit der Verunglückten deutlich älter sei und die bestehende Altersgrenze daher an der Realität vorbeigehe.

Konkret spricht sich der Mobilitätsclub für eine allgemeine Helmpflicht bei E-Scootern ohne Altersbeschränkung aus. Für E-Bike-Fahrer soll ebenfalls eine allgemeine Helmpflicht gelten, allerdings ohne Strafandrohung. Der ÖAMTC verweist dabei auf die bestehende Regelung bei Kinderhelmen. Ein Helm könne zwar keinen Unfall verhindern, aber schwere oder tödliche Kopfverletzungen deutlich reduzieren.

Rückendeckung erhält die Forderung auch aus der Bevölkerung. Laut einer repräsentativen Umfrage des ÖAMTC vom November 2025 befürworten 84 Prozent eine Helmpflicht für E-Bikes, 85 Prozent sprechen sich für eine solche Regelung bei E-Scootern aus. Für den Club ist das ein deutliches Signal an die Politik, bei der Verkehrssicherheit nachzuschärfen.

Quelle: Statistik Austria; Bearbeitung: ÖAMTC

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