13.05.2026
Foto: dbn
Von Kinderbetreuung über medizinische Versorgung bis hin zu Militärmusik und Bibliotheken: Das österreichische Bundesheer verweist auf zahlreiche Aufgaben und Einrichtungen, die weit über den klassischen Einsatzbetrieb hinausgehen.
Das Bundesheer will sein breites Leistungsspektrum stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Neben militärischer Ausbildung und Einsätzen umfasst die Organisation nach eigenen Angaben unter anderem drei Spitäler, mehrere Pfarren im In- und Ausland, rund 40 militärische Fahrschulen, neun Militärmusiken, sieben Betriebskindergärten, Urlaubsheime sowie eine Militärbibliothek mit einem Bestand von rund 850.000 Büchern.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner betonte, das Bundesheer sei „mehr als Einsatz und Ausbildung“. Vielmehr handle es sich um ein eigenständiges System, das von der Lehrlingsausbildung bis zur Militärdiözese reiche und den Soldatinnen und Soldaten den Rücken für ihre Aufgaben freihalten solle.
Ein besonderes Augenmerk legt das Bundesheer auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So werden in den Sommermonaten Betriebskindergärten angeboten, die heuer in sieben Bundesländern an 22 Standorten Platz für rund 1.000 Kinder von Bediensteten schaffen. Auch im Ausbildungsbereich ist die Palette breit: Mit Einrichtungen wie der Theresianischen Militärakademie, der Heeresunteroffiziersakademie und der Landesverteidigungsakademie sowie einer Lehrlingsausbildung in unterschiedlichen Berufen setzt das Heer auf Nachwuchsförderung in vielen Bereichen. Hinzu kommen die militärischen Fahrschulen, in denen jedes Jahr tausende Kraftfahrer ausgebildet werden. Damit zählt das Bundesheer zu den größten Ausbildungsstätten für Lkw-Lenker im Land. Einen kulturellen Beitrag leisten zudem die Militärmusiken mit ihren rund 420 Mitgliedern in allen Bundesländern.
Auch bei Versorgung und Betreuung verweist das Bundesheer auf eine eigenständige Infrastruktur. Drei eigene Spitäler und Militärärzte sichern demnach die medizinische Versorgung im In- und Ausland, unterstützt etwa durch die Heeresapotheke. Die Militärseelsorge betreut Angehörige von sechs anerkannten Glaubensgemeinschaften und verfügt über eine eigene katholische Diözese. Hinzu kommen Urlaubsheime und Seminarzentren in mehreren Bundesländern, die auch Familien offenstehen. Im Auslandseinsatz sorgt die Feldpost für den Kontakt zur Heimat. Darüber hinaus übernimmt die Heeresbekleidungsanstalt in Brunn am Gebirge zentrale Aufgaben bei Entwicklung und Versorgung mit Ausrüstung. Einrichtungen wie das Heeresgeschichtliche Museum, historische Standorte und geschützte Infrastruktur in ehemaligen Bergwerken unterstreichen laut Bundesheer die Vielfalt des Systems. Mit seiner Bibliothek, deren Bestände über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind, präsentiert sich das Heer damit als Organisation, die weit über den klassischen Verteidigungsauftrag hinaus tätig ist.
Quelle: Bundesministerium für Landesverteidigung