15.05.2026
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Die EU-Kommission erwägt wegen des routinemäßigen Einsatzes antimikrobieller Substanzen in der brasilianischen Nutztierhaltung einen Einfuhrstopp für zahlreiche tierische Produkte. Aus Österreich kommt dafür deutliche Unterstützung.
Die mögliche Maßnahme soll nach Angaben der EU-Kommission ab September gelten und zahlreiche tierische Erzeugnisse aus Brasilien betreffen. Hintergrund sind Bedenken wegen Produktionsmethoden, bei denen Stoffe eingesetzt werden, die in der Europäischen Union nicht oder nur eingeschränkt erlaubt sind. Der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Moosbrugger, sieht darin einen längst überfälligen Schritt.
Moosbrugger kritisiert seit Längerem, dass heimische landwirtschaftliche Betriebe strenge Vorgaben erfüllen müssten, importierte Ware jedoch oft unter anderen Bedingungen produziert werde. Das sorge aus Sicht der Landwirtschaft für Wettbewerbsnachteile, wenn Produkte mit niedrigeren Standards günstiger auf den europäischen Markt gelangen.
Die Landwirtschaftskammer fordert daher, dass die angekündigten Schritte nicht nur beschlossen, sondern auch konsequent kontrolliert werden. Dazu zählen nach ihrer Ansicht insbesondere Vor-Ort-Kontrollen in den Herkunftsländern. In Österreich werde nach hohen Standards produziert, bei denen der Schutz von Tier, Mensch und Umwelt im Mittelpunkt stehe. Diese Maßstäbe müssten nach Ansicht der Kammer auch für importierte Produkte gelten.
Quelle: Landwirtschaftskammer Österreich