12.05.2026
Foto: dbn
Mit Android 17 setzt Google verstärkt auf Schutz vor Telefonbetrug. Im Mittelpunkt steht eine neue Funktion gegen sogenanntes Call-Spoofing, bei dem Kriminelle ihre Nummer so manipulieren, dass auf dem Display scheinbar die Hausbank erscheint. Künftig soll das Betriebssystem eingehende Anrufe mit installierten Apps teilnehmender Finanzinstitute abgleichen. Kommt dabei keine Bestätigung zustande, wird der Anruf automatisch beendet. Nach Angaben von Google startet diese Schutzfunktion zunächst mit Finanzdiensten wie Revolut, Itaú und Nubank und soll später ausgeweitet werden.
Auch beim Schutz vor Handy-Diebstahl verschärft Google die Maßnahmen. Wer ein gestohlenes oder verlorenes Gerät als vermisst markiert, soll es künftig nur noch mit biometrischer Bestätigung wie Fingerabdruck oder Gesichtsscan wieder freischalten können. Zudem werden neue WLAN- und Bluetooth-Verbindungen blockiert und wichtige Schnellzugriffe ausgeblendet. Sensoren erkennen darüber hinaus typische Bewegungen beim Entreißen eines Smartphones und sperren das Gerät sofort. Damit soll verhindert werden, dass Diebe selbst mit bekanntem PIN-Code rasch auf persönliche Daten zugreifen.
Beim Datenschutz will Android 17 Nutzern mehr Kontrolle über ihre persönlichen Informationen geben. Geplant ist unter anderem, den genauen Standort nur noch vorübergehend und nur während der aktiven Nutzung einer App freizugeben. Zudem soll ein neuer Kontakt-Picker ermöglichen, Anwendungen gezielt nur einzelne Kontakte statt des gesamten Adressbuchs zugänglich zu machen. Aus Sicht von Datenschützern wäre das ein wichtiger Schritt, weil Apps damit deutlich weniger Informationen sammeln können als bisher.
Hinzu kommen neue Maßnahmen zur Überprüfung der Systemintegrität. Google kündigt für ausgewählte Geräte, zunächst vor allem für Pixel-Modelle, eine Echtheitsprüfung des Betriebssystems an. Nutzer sollen damit erkennen können, ob auf ihrem Smartphone eine offizielle und unveränderte Android-Version läuft. Parallel dazu wird die KI-gestützte Erkennung verdächtiger App-Aktivitäten ausgebaut. Das System soll etwa Alarm schlagen, wenn Anwendungen SMS heimlich weiterleiten oder sich im Hintergrund auffällig verhalten. Einmal-Passwörter werden außerdem für mehrere Stunden vor fremden Apps verborgen, um Kontoübernahmen zusätzlich zu erschweren.
Quelle: dbn