14.04.2026
Foto: Bubu Dujmic
vlnr. Norbert Höpoltseder (PVÖ-Landespräsident Oberösterreich), PVÖ-Verbandspräsidentin Birgit Gerstorfer und Rupert Dworak (PVÖ-Landespräsident Niederösterreich)
Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) startet im Vorfeld des bevorstehenden Doppelbudget-Beschlusses eine österreichweite Initiative für inflationssichere Pensionen. In allen neun Bundesländern bringt der Verband gleichlautende Petitionen in die jeweiligen Landtage ein. Ziel ist eine vollständige Anpassung der Pensionen an die tatsächliche Inflationsentwicklung und damit der Schutz der Kaufkraft älterer Menschen.
Im Zentrum der Forderungen steht die anhaltend hohe Teuerung. Steigende Preise für Energie, Wohnen und Lebensmittel setzen insbesondere Pensionistinnen und Pensionisten unter Druck, deren Einkommen meist fix ist. Viele von ihnen verlieren dadurch real an Kaufkraft. „Ein Leben nach jahrzehntelanger Arbeit darf nicht von finanziellen Sorgen geprägt sein“, betont PVÖ‑Präsidentin Birgit Gerstorfer. Die volle Inflationsabgeltung sei nicht nur gesetzlich vorgesehen, sondern auch eine Frage des Respekts.
Die eingebrachten Petitionen richten sich an die Landtage und fordern politische Initiativen, um Pensionen vollständig und sozial ausgewogen an die Inflation anzupassen. Besonderes Augenmerk soll dabei auf kleine und mittlere Pensionen gelegt werden. Zusätzlich verlangt der PVÖ landesspezifische Maßnahmen, etwa zur Senkung der Energiekosten oder zur Verbesserung von Wohnbeihilfen.
Der Verband tritt dabei geschlossen auf. Unter dem Motto „Eine Organisation, ein Text, neun Landtage“ will der PVÖ ein starkes Signal an die Bundes- und Landespolitik senden. Der oberösterreichische PVÖ‑Präsident Norbert Höpoltseder weist auf die alltäglichen Sorgen vieler Betroffener hin: „Für viele unserer Mitglieder geht es längst nicht mehr um Extras, sondern darum, ob die Wohnung warm bleibt und der Einkauf am Monatsende leistbar ist.“ Auch aus Niederösterreich kommt Unterstützung: Landespräsident Rupert Dworak fordert eine breite Debatte über zusätzliche Einnahmen, statt über mögliche Pensionskürzungen zu diskutieren.
Begleitet wird die Petitionsoffensive von einem umfassenden Finanzierungsvorschlag. Der PVÖ spricht sich unter anderem für eine stärkere Besteuerung sehr großer Vermögen und hoher Erbschaften aus sowie für die Überprüfung steuerlicher Begünstigungen für Konzerne. Auch Sonderabgaben auf Banken- und krisenbedingte Übergewinne werden ins Spiel gebracht. Zusätzlich regt der Verband eine spezielle Abgabe auf außerordentliche Gewinne durch den Einsatz künstlicher Intelligenz an, die bestehende Beitragsgrundlagen im Pensionssystem schwächen könnten.
„Faire Pensionen sind keine Frage der Finanzierbarkeit, sondern des politischen Willens“, fasst Gerstorfer zusammen. Wer jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge geleistet habe, dürfe im Alter nicht die Last dafür tragen, dass große Vermögen, Konzerne oder profitable Zukunftstechnologien geschont würden.
Quelle: Pensionistenverband Österreich