Ausgabe 2026/04

14.04.2026

Österreich erlebt historisch blitzarmes Jahr

Foto: dbn

Österreich erlebt historisch blitzarmes Jahr

So wenige Blitzeinschläge wie noch nie zuvor wurden im Jahr 2025 in Österreich registriert. Trotz des generellen Rückgangs sticht eine Stadt besonders hervor: Graz war der Blitz‑Hotspot des Landes.

Österreich hat im Jahr 2025 einen historischen Tiefstand bei Blitzereignissen verzeichnet. Laut dem aktuellen Blitzatlas des Blitz‑Informationsdienstes ALDIS/BLIDS wurden landesweit lediglich rund 45.000 sogenannte Erdblitze – also Wolke‑Erde‑Blitzschläge – gemessen. Das entspricht einem Rückgang von 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit war 2025 das blitzärmste Jahr seit Beginn der flächendeckenden Messungen in allen 94 österreichischen Bezirken.

Trotz der insgesamt geringen Blitzaktivität gab es deutliche regionale Unterschiede. Als österreichischer Blitz‑Hotspot des Jahres ging Graz hervor. In der steirischen Landeshauptstadt wurden im Schnitt 1,23 Blitzeinschläge pro Quadratkilometer registriert. Damit lag Graz vor dem Bezirk Hartberg‑Fürstenfeld mit 1,19 sowie dem Bezirk Weiz mit 1,12 Blitzen pro Quadratkilometer. Am anderen Ende der Skala fanden sich Städte wie Rust und Krems an der Donau mit jeweils nur 0,15 Blitzen pro Quadratkilometer sowie Tulln mit 0,17.

Auch auf Bundesländerebene zeigte sich ein klares Bild: Die Steiermark wies – wie schon in den vergangenen Jahren – die höchste Blitzdichte Österreichs auf. Mit durchschnittlich 0,72 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer entfiel mehr als ein Viertel aller in Österreich gemessenen Erdblitze auf dieses Bundesland. Insgesamt wurden dort im Jahr 2025 fast 12.000 Blitzereignisse registriert. Besonders blitzreich war der Bezirk Liezen, in dem knapp 2.000 Erdblitze gezählt wurden.

Der Rückgang der Blitzaktivität beschränkte sich jedoch nicht nur auf Österreich. Im gesamten DACH‑Raum – also in Österreich, Deutschland und der Schweiz – wurden im Jahr 2025 zusammen lediglich 167.000 Erdblitze gemessen, ebenfalls ein historischer Tiefstwert. Österreich und die Schweiz wiesen mit Blitzdichten von 0,54 beziehungsweise 0,53 pro Quadratkilometer ähnliche Werte auf, während Deutschland mit 0,28 deutlich darunter lag.

Für die Erhebung dieser Daten betreibt ALDIS/BLIDS ein dichtes Netz von über 170 Messstationen in Europa. Die hohe Qualität und Zuverlässigkeit der Blitzortung wurde zudem durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt. Demnach liegt die Ortungseffizienz bei über 95 Prozent, bei einer Ortungsgenauigkeit von unter 100 Metern. Als wichtigste Vergleichsgröße gelten dabei Wolke‑Erde‑Blitze.

ALDIS/BLIDS ist ein Gemeinschaftsprojekt des Österreichischen Verbands für Elektrotechnik und der Austrian Power Grid AG und spielt eine zentrale Rolle in der Blitzforschung und ‑dokumentation im mitteleuropäischen Raum. Als Mitglied der europäischen Blitzortungskooperation zählt der Dienst auch international zu den anerkannten Einrichtungen auf diesem Gebiet.

Quelle: OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik

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