15.04.2026
Foto: dbn
Mit dem Facelift des Aygo X schlägt Toyota ein neues Kapitel im Kleinwagensegment auf. Der Cityflitzer ist nun der erste Vertreter seiner Klasse mit einem Vollhybrid-Antrieb. Damit verabschiedet sich der Aygo endgültig von seiner französisch-japanischen Herkunft und tritt als reines Toyota-Produkt auf. Die technische Basis stammt vom größeren Yaris, was konstruktive Anpassungen notwendig machte: Die Karosserie wuchs um 7,6 Zentimeter auf nun 3,78 Meter Länge, um Platz für Elektromotor und Akku zu schaffen.
Trotz der erweiterten Technik bleibt das Raumangebot auf dem bekannten Niveau. Der Kofferraum fasst 231 Liter und eignet sich damit für den Alltag, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Bei umgeklappter Rückbank stehen bis zu 829 Liter zur Verfügung, allerdings stört eine hohe Ladekante das Durchladen. Im Fond ist der Aygo X eher ein 2+2-Sitzer: Für Haustiere und Kinder reicht der Platz aus, Erwachsene nehmen dort nur ungern länger Platz.
Vorne präsentiert sich der Kleinwagen deutlich angenehmer. Die Sitze sind bequem, die Sitzposition passt. Weniger erfreulich ist das Lenkrad, das sich nicht in der Tiefe verstellen lässt. Auch bei den Materialien zeigt Toyota klare Sparmaßnahmen: Hartplastik und lackiertes Blech dominieren den Innenraum. Angesichts eines Einstiegspreises von fast 22.000 Euro wirkt das nicht durchgehend stimmig. Unpraktisch ist zudem die fehlende Griffmulde an der Heckklappe – bei Regen bleibt man beim Schließen kaum sauber.
Überzeugend fällt hingegen das Cockpit aus. Das neue 7-Zoll-Kombiinstrument und das bis zu 10,5 Zoll große Infotainment-Display sind übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen. Besonders positiv fällt die neue Bedienung der Tempowarnung auf: Statt komplizierter Menüs genügt nun ein einziger Shortcut, um den Warnton abzuschalten – ein klarer Fortschritt.
Mit einem Gewicht von rund 1,1 Tonnen fährt der Aygo X erstaunlich agil. Der Hybridantrieb kombiniert einen 1,5-Liter-Dreizylinder mit einem Elektromotor zu einer Systemleistung von 116 PS. Damit sprintet der Kleinwagen in 9,2 Sekunden auf 100 km/h. Das fühlt sich lebendig an, auch dank der direkten Lenkung und des straff abgestimmten Fahrwerks. Auf der Autobahn bleibt der Geräuschpegel allerdings hoch, insbesondere bei Vollgas oder starker Rekuperation. Das überarbeitete CVT-Getriebe dämpft den früher typischen Gummibandeffekt spürbar, verschwindet aber nicht vollständig.
Die große Stärke des Aygo X Hybrid liegt beim Verbrauch. Offiziell werden 3,7 Liter auf 100 Kilometer angegeben – ein Wert, der realistisch erscheint. Bei zügiger Fahrt über Autobahn und Bergstraßen standen 4,5 Liter zu Buche. Im Eco-Modus zeigte der Bordcomputer nach 50 Kilometern Stadt- und Landstraße sogar nur 2,5 Liter an. Damit beweist der Aygo X eindrucksvoll sein Sparpotenzial. Die Hybridbatterie mit einer Kapazität von einer Kilowattstunde reicht zwar nur für kurze elektrische Passagen, senkt aber spürbar den Benzinverbrauch.
Preislich bewegt sich der Aygo X am oberen Ende seines Segments. Das Basismodell startet bald bei 21.990 Euro, die sportliche GR-Sport-Version kostet 28.390 Euro. Die voraussichtlich meistverkaufte Variante liegt bei rund 24.700 Euro und ist damit teurer als größere Hybrid-Konkurrenten. Auch vollelektrische Alternativen sind in diesem Preisbereich bereits erhältlich.
Unterm Strich hinterlässt der Toyota Aygo X Hybrid einen zwiespältigen Eindruck. Design, Fahrverhalten und Verbrauch überzeugen, der Preis wirkt jedoch selbstbewusst. Wer maximale Effizienz im Stadtverkehr sucht, findet hier ein sehr modernes Angebot – muss dafür aber tief in die Tasche greifen.