Ausgabe 2026/03

11.03.2026

Zucker zum Schleuderpreis: Bauern warnen vor massiven Folgen für heimische Produktion

Foto: dbn

Zucker zum Schleuderpreis: Bauern warnen vor massiven Folgen für heimische Produktion

Der zunehmende Preiskampf im Lebensmittelhandel setzt Österreichs Zuckerrübenbauern stark unter Druck. Besonders Angebote, bei denen Zucker als Lockware zu Preisen ab 0,99 Euro pro Kilo verkauft wird, gefährden laut Branchenvertretern die heimische Produktion. Was im Supermarkt als attraktives Schnäppchen erscheint, entscheidet am Hof häufig darüber, ob sich der Zuckerrübenanbau überhaupt noch lohnt.

„Wenn Zucker zur Lockware wird, steht die Produktion in Österreich auf dem Spiel“, warnt Bauernbund-Präsident Georg Strasser. Von den üblichen Regalpreisen zwischen 1,60 und 1,80 Euro pro Kilo kommen nur etwa 25 Cent bei den Landwirten an – ein Anteil, der angesichts steigender Produktionskosten kaum auszureichen scheint. Während der aktuelle Zuckerpreis rund 550 Euro pro Tonne beträgt, wäre laut Experten ein Preis von 750 Euro notwendig, um kostendeckend wirtschaften zu können.

Auch strukturelle Veränderungen erschweren die Lage. Seit dem Ende der EU-Quotenregelung 2017 sind die Marktpreise gesunken, während der Druck durch Klimaextreme und Schädlingsprobleme gestiegen ist. Zahlreiche Maßnahmen wurden eingeleitet, dennoch spitze sich die Situation weiter zu. Der Importdruck sei ein zusätzlicher Belastungsfaktor: Durch Freihandelsabkommen und Zollreduktionen gelangen mehr Produkte aus Nicht-EU-Staaten auf den europäischen Markt, was den Wettbewerb weiter verschärft.

Die Auswirkungen sind bereits sichtbar. Seit 2017 wurden europaweit 20 Zuckerfabriken geschlossen; in Österreich ist ebenfalls ein Standort betroffen. Die Folge sind schrumpfende Anbauflächen und eine sinkende Planungssicherheit für die Landwirtschaft.

Strasser fordert daher ein klares Bekenntnis des Handels zu österreichischer Herkunft und Qualität: „Nur Wiener Zucker ist garantiert österreichischer Zucker. Wer nur auf den billigsten Preis schaut, bekommt oft Importware und verzichtet auf Transparenz.“ Mit einer breiten Kampagne will der Bauernbund darauf aufmerksam machen, dass faire Preise die Grundlage für die Weiterführung der heimischen Zuckerproduktion bilden.

Text/Quelle: Bauernbund Österreich

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