Ausgabe 2026/03

11.03.2026

Verdächtiger Geldtransport in Ukraine sorgt für politischen Eklat

Foto: Symbolfoto dbn

Verdächtiger Geldtransport in Ukraine sorgt für politischen Eklat

Ein in Ungarn gestoppter Geldtransport mit enormen Bargeldsummen und Goldbarren sorgt für heftige politische Debatten in Österreich. Laut FPÖ‑Generalsekretär Christian Hafenecker befanden sich in dem Transport 40 Millionen US‑Dollar, 35 Millionen Euro sowie neun Kilogramm Gold – angeblich auf dem Weg von einer Wiener Raiffeisen‑Filiale in die Ukraine. Besonders brisant: Begleitet wurde der Transport von einem ehemaligen ukrainischen Geheimdienstgeneral.

Der Vorfall wirft laut Hafenecker eine Reihe schwerwiegender Fragen auf – etwa zur Deklarationspflicht nach EU‑Vorschriften und dem Zweck eines solch ungewöhnlichen Bargeldtransports im Zeitalter digitaler Überweisungen. Die FPÖ vermutet, „dass digitale Spuren bewusst vermieden werden sollten“.

Bereits rund eine Milliarde transportiert – Gold aus Österreich
Der jetzt aufgedeckte Fall sei nur der „sichtbare Teil eines Eisbergs“. Seit Jänner 2025 sollen über dieselbe Route insgesamt 900 Millionen US‑Dollar, 400 Millionen Euro und 146 Kilogramm Gold bewegt worden sein. Für zusätzliche Brisanz sorgen Goldbarren mit Prägungen der Münze Austria, die laut FPÖ ein direkter Hinweis auf eine österreichische Verbindung seien.

Hafenecker kündigte umfangreiche parlamentarische Anfragen an mehrere Ministerien an – darunter Finanzen, Inneres, Justiz, Außen‑ und Europapolitik sowie Wirtschaft und Landesverteidigung. Österreich sei hier nicht unbeteiligter Beobachter, sondern „Ausgangspunkt dieser verdächtigen Transporte“.

Drei mögliche Szenarien – alle politisch heikel
Die FPÖ nennt drei mögliche Erklärungen für die Transporte:

- Legitimer Banknotenhandel, der jedoch den Goldanteil und die Begleitung durch einen Ex‑General nicht plausibel mache.
- Verdeckte Finanzierung einer Schattenwirtschaft, bei der Österreich als Drehscheibe fungiere.
- Geldwäsche und Korruption, möglicherweise sogar mit österreichischem Steuergeld.


Hafenecker betont, dass sich die Kritik nicht gegen die ukrainische Bevölkerung richte, sondern gegen „mangelnde Transparenz und politische Verantwortungslosigkeit“.

FPÖ wirft Regierung „Unterwürfigkeit“ vor
Scharfe Kritik übt die FPÖ auch an der österreichischen Bundesregierung, die laut Hafenecker zu Vorgängen rund um ukrainische Behörden und Funktionäre schweige – darunter angebliche Söldneranwerbungen, Todeslisten gegen Politiker, Drohungen gegen EU‑Staaten und Aussagen des ukrainischen Präsidenten.

Forderung: Sofortiger Zahlungsstopp und Prüfung aller bisherigen Überweisungen
FPÖ‑Generalsekretär Michael Schnedlitz fordert einen sofortigen Stopp aller Zahlungen Österreichs an die Ukraine sowie die Prüfung sämtlicher bisheriger Überweisungen. Insgesamt seien 3,26 Milliarden Euro Steuergeld geflossen – rund 800 Euro pro Haushalt –, die nicht der notleidenden Bevölkerung zugutekämen, sondern in einem „Korruptionssumpf“ versickerten. Über 1.500 Personen würden derzeit von ukrainischen Antikorruptionsbehörden angeklagt.

Schnedlitz verwies auf mehrere Korruptionsfälle im Umfeld der ukrainischen Regierung und kritisierte, dass ein verurteilter Ex‑General den aktuellen Transport leitete. „Während jeder Bürger bei einer Bareinzahlung von 15.000 Euro behandelt wird wie ein Verdächtiger, fährt hier eine Milliarde quer durch Europa und niemand schaut hin“, so der FPÖ‑Politiker.

FPÖ kündigt Aufklärung im Fall einer Regierungsbeteiligung an
Die FPÖ verspricht im Falle einer Regierungsbeteiligung „gnadenlose Aufklärung“: Akten würden geöffnet, Verantwortliche geprüft und alle Vorgänge juristisch aufgearbeitet. Bis dahin fordert die Partei die Regierung auf, unverzüglich zu handeln und volle Transparenz herzustellen.

Text/Quelle: Pressedienst der Parlamentsdirektion

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