Ausgabe 2026/03

11.03.2026

Stillstand bei KV‑Verhandlungen: Gewerkschaft wirft Landespolitik Blockadehaltung vor

Foto: dbn

Stillstand bei KV‑Verhandlungen: Gewerkschaft wirft Landespolitik Blockadehaltung vor

Vor der siebenten Verhandlungsrunde zum Kollektivvertrag der Ordensspitäler Oberösterreich verschärft die Gewerkschaft vida den Ton. Trotz zwei großflächiger Streiks seien bisher keine spürbaren Verbesserungen des Angebots erfolgt. Die Arbeitgeber verweisen auf angebliche politische Vorgaben des Landes – ein Vorwurf, den die Gewerkschaft nun öffentlich geklärt wissen will.

Vida‑Verhandlerin Martina Reischenböck fordert Landeshauptmann Thomas Stelzer und LH‑Stellvertreterin Christine Haberlander auf, Stellung zu beziehen. „Dieses Ping‑Pong‑Spiel muss ein Ende haben. Wenn die Landespolitik die Arbeitgeber tatsächlich ausbremst, ist das verantwortungslos gegenüber den Beschäftigten und der Bevölkerung“, sagt sie.

Arbeitszeit‑Kompromiss ohne Wirkung
In den bisherigen Gesprächen hätten sich die Arbeitnehmer längst kompromissbereit gezeigt: Statt einer ursprünglichen Arbeitszeitverkürzung um fünf Stunden wird mittlerweile nur noch eine Reduktion um zwei Stunden gefordert – konkret eine 37‑Stunden‑Woche. In vielen Branchen sei diese längst Realität. Dennoch habe es auf Arbeitgeberseite „keine nennenswerte Bewegung“ gegeben.

Reischenböck warnt vor gravierenden Folgen: Ein großer Teil des Gesundheitspersonals denke bereits über einen Berufsausstieg nach. Hohe Arbeitsbelastung und ständige Mehrarbeit aufgrund fehlenden Personals würden das System zunehmend destabilisieren. „Wenn auch jene gehen, die das System derzeit noch stützen, gefährden wir am Ende die Versorgung der Patientinnen und Patienten.“

Appell an die Politik
Die Gewerkschaft fordert die Landesregierung auf, sich aktiv an einer Lösung zu beteiligen. Reischenböck stellt die Frage, wie die Politik jenen erklären wolle, die seit Jahren über der Belastungsgrenze arbeiten, ihre Familien vernachlässigen und gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen.
Eine Einigung sei weiterhin möglich – vorausgesetzt, das Angebot werde verbessert. Dafür brauche es auch politischen Spielraum. „Wenn es nur mit Unterstützung des Landes gelingen kann, dann muss diese jetzt kommen“, so Reischenböck.
Zum Abschluss erinnert sie daran, auf wessen Schultern das Gesundheitssystem ruht: „Die Beschäftigten helfen täglich Menschen, die Hilfe brauchen. Die Politik darf ihnen diese Unterstützung jetzt nicht verwehren.“

Text/Quelle: ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund

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