11.03.2026
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ProSiebenSat.1 PULS 4 nimmt umfassende strukturelle Veränderungen vor, um das Medienunternehmen langfristig wettbewerbsfähig und stabil aufzustellen. Wie das Unternehmen mitteilt, sollen die Bereiche stärker auf das operative Kerngeschäft ausgerichtet werden, insbesondere auf TV, Streaming und Qualitätsjournalismus. Insgesamt betrifft die Restrukturierung rund 9 Prozent der Mitarbeitenden in Österreich – bis zu 45 Stellen.
Das Effizienzprogramm soll sicherstellen, dass Investitionen in Programm und Technik weiterhin im vollen Umfang möglich sind. Ziel sei es, die Produktivität zu steigern und gleichzeitig Agilität sowie Stabilität innerhalb des Unternehmens zu erhöhen.
Fokus auf Bewegtbild – Textredaktionen betroffen
Bereits 2025 wurde die Abkehr vom textbasierten Nachrichtenangebot puls24.at zugunsten von Streaming bekanntgegeben. Dieser Kurs wird nun fortgesetzt: Textinhalte sollen reduziert und die Ressourcen noch stärker auf Bewegtbildformate konzentriert werden. Begründet wird dies mit dem breiten Angebot an hochwertigen Textmedien in Österreich sowie dem strategischen Schwerpunkt auf audiovisuelle Inhalte.
Sportredaktion wird enger integriert
Die Sportberichterstattung bleibt ein zentraler Bestandteil des Programms – trotz eines stark umkämpften Marktes für Premium-Sportrechte. Deshalb wird die Sportredaktion organisatorisch neu aufgestellt und stärker in die tagesaktuelle Redaktion eingebunden. Ziel ist eine effizientere und plattformübergreifende Berichterstattung.
Automatisierung und Off-Premise-Produktionen verändern Studiobetrieb
Ein weiterer Schwerpunkt der Maßnahmen liegt im Studiobetrieb: Mehrere Prozesse sollen automatisiert und Synergien innerhalb der bestehenden Sendungsproduktionen genutzt werden. Zudem nehmen Off-Premise-Produktionen im Unterhaltungsbereich zu. Durch diese Entwicklungen entfallen zusätzliche Stellen.
Weitere Einschnitte betreffen Verwaltungs- und Managementbereiche, in denen Doppelstrukturen abgebaut werden.
Unternehmensführung betont Notwendigkeit der Maßnahmen
Co‑CEO Thomas Gruber bezeichnet die Schritte als „schwere, aber notwendige Entscheidung“, um den Investitionsrahmen für hochwertige Programme zu sichern und die Reichweite für Werbekunden zu stärken.
Auch Co‑CEO Bernhard Albrecht sieht in den Veränderungen eine Reaktion auf die anhaltenden Umbrüche des Medienmarkts. Er fordert gleichzeitig stärkere politische Regulierung internationaler Digitalplattformen sowie eine intensivere Zusammenarbeit zwischen ORF und privaten Medien, um Österreichs Medienvielfalt zu stärken.
Text/Quelle: ProSiebenSat1-Media