06.03.2026
Foto: Land OÖ
Oberösterreich blickt auf ein außergewöhnlich erfolgreiches Wohnbaujahr 2025 zurück. Trotz weiterhin hoher Bau und Energiekosten, gestiegener Grundstückspreise und anspruchsvoller Finanzierungsbedingungen gelang es der Wohnbauförderung, mit breiter Unterstützung von Bauwirtschaft und Bauträgern stabile und nachhaltige Impulse für den Wohnungsmarkt zu setzen. Das wurde im Rahmen einer Pressekonferenz von Landeshauptmann Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner und der Leiterin der Abteilung Wohnbauförderung, Mag. Irene Simader, hervorgehoben.
Bereits seit mehreren Jahren steht der Wohnbau in einem schwierigen Umfeld. Umso bemerkenswerter ist es, dass Oberösterreich nicht nur trotz, sondern gerade wegen seiner zielgerichteten Fördermaßnahmen überdurchschnittlich stark performt. Laut einer Prognose des Instituts für Immobilien, Bauen und Wohnen wird im Bundesland jährlich ein Bedarf von rund 8.400 Wohnungen verzeichnet – beinahe die Hälfte davon wird durch die Wohnbauförderung allein abgedeckt, ein Wert, der österreichweit einzigartig ist.
Starke Bautätigkeit im Bundesvergleich
Dass Oberösterreich im Wohnbau eine Vorreiterrolle einnimmt, zeigt auch der Blick auf die bundesländerspezifischen Fertigstellungen. Im Zeitraum 2011 bis 2024 liegt die Pro Kopf Bauleistung deutlich über jener Wiens – konkret um knapp ein Drittel. Für Dr. Haimbuchner ist dies ein Beleg dafür, dass das Land nicht nur wirtschaftlich, sondern auch wohnbautechnisch überdurchschnittlich gut dasteht. Nachhaltiges Wachstum sei dort möglich, wo die politischen Rahmenbedingungen stimmten.
Insgesamt wurden in den vergangenen 14 Jahren pro Jahr im Schnitt rund 11.300 neue Wohnungen dem Markt zugeführt – sowohl geförderte als auch frei finanzierte. Der jährliche Bedarf wird damit regelmäßig übertroffen.
Rekordzahlen bei Neubau, Nachverdichtung und Eigenheimen
Im Jahr 2025 konnten insgesamt 3.963 Wohneinheiten neu gebaut oder im Rahmen der Nachverdichtung geschaffen werden – ein signifikanter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Das Fördervolumen lag bei mehr als 362 Millionen Euro. Besonders erfolgreich zeigte sich die erst jüngst eingeführte Nachverdichtungsverordnung: Bereits im ersten Jahr wurden 705 Wohnungen über diese Schiene gefördert. Das Konzept setzt auf ökologisch sinnvolle Nutzung bestehender Flächen, etwa durch Aufstockungen und Umbauten auf bereits versiegeltem Boden.
Auch im Eigenheimbereich konnte Oberösterreich starke Zuwächse verzeichnen. Insgesamt 1.408 Wohneinheiten – darunter Eigenheime und Reihenhäuser – wurden gefördert. Als „absoluten Erfolg“ bezeichnet Haimbuchner die Eigenheimförderung mit einem Fixzinssatz von 1,5 Prozent. Diese Maßnahme führte zu einer beeindruckenden Steigerung der Anträge um 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Sanierungen auf historischem Höchststand
Ein weiterer bemerkenswerter Bereich ist die Sanierungsförderung. Hier wurden 2025 insgesamt 9.359 Wohneinheiten sowie 26 Heimplätze unterstützt. Mit knapp 149 Millionen Euro an Darlehen und mehr als 20 Millionen Euro an Zuschüssen erreicht die Sanierungstätigkeit ein neues Rekordniveau. Die Politik verfolgt damit ein strategisches Ziel: Ortskerne zu beleben, bestehenden Wohnraum zu erhalten und Bodenversiegelung zu vermeiden. Der Trend zeigt deutlich nach oben – seit 2023 steigen die Sanierungszahlen kontinuierlich.
Wohnbeihilfe als soziales Sicherheitsnetz
Große Bedeutung kommt auch der Wohnbeihilfe zu, die 2025 an insgesamt 23.748 Personen ausbezahlt wurde – in Summe 57,2 Millionen Euro. Besonders hervorzuheben ist der Wohnbeihilfen Pensionsbonus, der seit 2024 speziell ältere, häufig alleinlebende Menschen unterstützt. Rund ein Drittel aller Bezieher profitierte von der zusätzlichen Förderung von bis zu 45 Euro pro Monat. Die enormen Posteingangszahlen – knapp 149.000 Schreiben im Jahr – zeigen die hohe Nachfrage und gleichzeitig den großen administrativen Aufwand, den die Mitarbeiter der Abteilung Wohnbeihilfe zu bewältigen hatten.
Optimistischer Ausblick: 2026 als weiteres Erfolgsjahr
Auch für das laufende Jahr sind die Aussichten außergewöhnlich gut. Über 2.000 Wohneinheiten sollen 2026 zugesichert werden, darunter etwa 700 Mietkaufwohnungen und über 600 Nachverdichtungsprojekte. Besonders bemerkenswert: Allein in Linz können rund die Hälfte aller neuen Vorhaben über die Nachverdichtungsverordnung abgewickelt werden.
Das Mietkaufmodell, das ein Drittel der zugesicherten Wohnungen betrifft, gilt weiterhin als wichtiger Baustein zur Förderung leistbaren Eigentums. Erstmals entstehen solche Wohnungen verstärkt auch in touristisch attraktiven Regionen wie Attersee, Altmünster und Bad Goisern – Regionen, in denen Eigentum für Durchschnittsverdiener sonst kaum leistbar wäre.
Dr. Haimbuchner betont, dass diese Entwicklungen nicht selbstverständlich seien. Die erfolgreiche Kombination aus kluger Förderpolitik, Kooperation mit der Bauwirtschaft und Verwaltungsumsetzung mache es möglich, dass Oberösterreich im Wohnbau österreichweit eine Ausnahmestellung einnimmt.
Text/Quelle: OÖ Landesregierung (bearbeitet)