Ausgabe 2026/03

11.03.2026

Neue Erbschaftssteuer gefährdet Vermögen und Familienbetriebe

Foto: Industriellenvereinigung

Neue Erbschaftssteuer gefährdet Vermögen und Familienbetriebe

Die Diskussion um eine mögliche Einführung der Erbschaftssteuer sorgt erneut für politische Spannungen. Während auf dem SPÖ‑Parteitag die Besteuerung großer Vermögen als Frage sozialer Gerechtigkeit dargestellt wurde, warnt die Industriellenvereinigung (IV) vor weitreichenden negativen Folgen. Eine solche Steuer würde „Lebenswerke zerstören und Familienbetriebe gefährden“, betont IV‑Generalsekretär Christoph Neumayer.

Die IV kritisiert, dass eine Erbschaftssteuer gerade in jener Phase greifen würde, in der Familien einen Verlust verarbeiten und Verantwortung neu ordnen müssen. Betriebe, Häuser oder landwirtschaftliche Flächen würden im Übergabemoment erneut belastet – obwohl sie zuvor bereits mehrfach besteuert worden seien. Vermögen entstehe „nicht aus dem Nichts“, sondern sei Ergebnis von jahrzehntelanger Arbeit, Risiko und Verantwortung, so Neumayer.

Vermögen meist nicht liquide – Gefahr für Investitionen
Die Vorstellung, eine Erbschaftssteuer würde ausschließlich Milliardäre betreffen, entspreche laut IV nicht der Realität. Der Großteil des Vermögens in Österreich sei gebundenes Eigentum: Eigenheime, Familienunternehmen, landwirtschaftliche Flächen. Diese Werte seien nicht kurzfristig veräußerbar. Eine Steuerpflicht im Erbfall würde daher einen massiven Liquiditätsdruck erzeugen.

Besonders familiengeführte Betriebe wären betroffen. Ihr Vermögen stecke in Maschinen, Gebäuden, Technologien und Arbeitsplätzen. Wenn beim Generationswechsel hohe Steuern anfallen, könne dies notwendige Investitionen verhindern oder Unternehmen sogar zum Verkauf zwingen. „Das gefährdet Standorte und Arbeitsplätze“, warnt Neumayer.

Österreich bereits Hochsteuerland
Die IV verweist zudem auf die ohnehin hohe Abgabenlast. Mit einer Gesamtbelastung von 51 Prozent der Wirtschaftsleistung zähle Österreich zu den Ländern mit den höchsten Steuern und Abgaben. Das Problem liege nicht an fehlenden Einnahmen, sondern an hohen Ausgaben. Statt neuer Steuern brauche es strukturelle Reformen und Entlastungen.

Die Einführung einer Erbschaftssteuer wäre nach Ansicht der Industriellenvereinigung daher ein „falsches Signal“ – für Familien, Betriebe und den Wirtschaftsstandort insgesamt.

Text/Quelle: Industriellenvereinigung

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