11.03.2026
Foto: gemeinfrei
Neue Erkenntnisse aus dem Pilnacek‑Untersuchungsausschuss werfen ein Schlaglicht auf mögliche Manipulationen an dem Laptop des verstorbenen Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek. Wie ein IT‑Techniker des Justizministeriums bestätigte, kam es zwischen Pilnaceks Tod und der Übergabe des Geräts an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) zu mehrfachen technischen Eingriffen. Daten seien nicht nur eingesehen, sondern auch gelöscht, ergänzt oder verändert worden.
ÖVP-Fraktionsmitglied Thomas Elian sprach in diesem Zusammenhang von Aktivitäten „mehrerer Personen“, die in den Monaten nach dem Todesfall Zugriff auf Laptop und Datensicherungen gehabt hätten. Das Gerät sei entgegen forensischer Standards nicht gesichert, sondern in Betrieb genommen worden. Elian bezeichnete dieses Vorgehen als „unbrauchbar“ für Ermittlungen und stellte die Frage nach den Motiven der beteiligten Personen. Er sprach von „Aktionen eines fragwürdigen Netzwerks“ und kündigte weitere Befragungen an.
Auch aus der Opposition kommt scharfe Kritik. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker sieht in den Vorgängen einen „Offenbarungseid“ für das österreichische Justizsystem. Besonders alarmierend sei, dass ein IT‑Experte erst nach Medienberichten die Staatsanwaltschaft auf mögliche Spuren einer Smartwatch aufmerksam gemacht habe. Dies zeige, dass es keine einheitlichen Richtlinien für digitale Ermittlungen gebe und die Verantwortung auf einzelnen Beamten laste, so Hafenecker.
Die vorliegenden Erkenntnisse zeichnen laut FPÖ ein „verheerendes Bild“: ein manipulierter und ungesicherter Laptop, nicht dokumentierte Passwörter sowie 75 registrierte Bluetooth‑Kontakte. Erst massiver öffentlicher Druck habe weitere Untersuchungen ausgelöst. Hafenecker fordert daher „vollständige Transparenz“ und kündigt an, dass die FPÖ weiter auf umfassende Aufklärung drängen werde.
Die politischen Reaktionen zeigen, dass der Fall Pilnacek nicht nur juristische, sondern auch institutionelle Fragen berührt. Die Debatte über Standards bei digitalen Ermittlungen und den Umgang mit potenziellen Beweismitteln dürfte damit weiter an Intensität gewinnen.
Text/Quelle: ÖVP und FPÖ Parlamentsclubs