Ausgabe 2026/03

11.03.2026

Asbestalarm in Ostösterreich: Experten warnen vor gefährlicher Faserbelastung

Foto: dbn

Asbestalarm in Ostösterreich: Experten warnen vor gefährlicher Faserbelastung

In Ostösterreich wächst die Sorge vor einer möglichen Gesundheitsgefahr durch Asbest in der Außenluft. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schlägt Alarm und warnt, dass die Belastung im Frühjahr und Sommer deutlich steigen könnte. Hintergrund sind Messwerte und Befunde rund um mehrere Standorte in Oberwart, an denen offenliegendes asbesthaltiges Material entdeckt wurde.

Messwerte geben Anlass zur Sorge
Bei Luftmessungen der zuständigen Taskforce wurden beim Krankenhaus Oberwart trotz eines kalten und nassen Winters durchschnittlich 830 Asbestfasern pro Kubikmeter Außenluft erfasst. Laut Umwelttoxikologe Norbert Weis, Leiter des Bremer Umweltinstituts, seien diese Werte besorgniserregend – zumal sie unter ungünstigen Wetterbedingungen entstanden. Für ihn sei der von der Taskforce festgelegte Richtwert von 1.000 Fasern deutlich zu hoch angesetzt. Er empfiehlt einen Grenzwert von höchstens 500 Fasern pro Kubikmeter, analog zu Sanierungszielen in Innenräumen.

Offenliegende Asbestbrocken im öffentlichen Raum
Bei Lokalaugenscheinen stellte Greenpeace erneut erhebliche Mengen an asbesthaltigem Material fest – darunter faustgroße Brocken und Feinschotter, die unmittelbar vor der Kinderkrippe und der Klinik Oberwart liegen. Teilweise wurden sogar reine Asbesteinschlüsse im Asphalt des Parkplatzes gefunden. Direkt daneben parken täglich Besucher und Patienten. Auch die Gefahr, dass Fasern durch Lüften in Innenräume gelangen, wird von Experten ausdrücklich betont.

Kritik an Intransparenz und Untätigkeit
Greenpeace wirft den Behörden mangelnde Transparenz vor und fordert die vollständige Veröffentlichung aller Daten. Zudem sei es unverständlich, dass in Österreich bislang keine umfassenden Sofortmaßnahmen eingeleitet wurden. In Deutschland, so Weis, hätten Behörden vergleichbares Material „längst abtragen lassen“. Die Versuche offizieller Stellen, die Risiken herunterzuspielen, seien für den Experten nicht nachvollziehbar.

Forderung nach raschem Handeln
Die Umweltschutzorganisation fordert die burgenländische Landesregierung auf, dort einzugreifen, wo Gefahr unmittelbar droht: Asbestmaterial müsse so schnell wie möglich entfernt werden, um eine weitere Verbreitung der Fasern zu verhindern. Angesichts steigender Temperaturen und trockener Witterung sei mit einem deutlichen Anstieg der Faserbelastung zu rechnen – und damit auch mit einem höheren Risiko für die Bevölkerung.

Text/Quelle: Greenpeace

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