09.01.2026
Foto: dbn
Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat gemeinsam mit DIE UMWELTBERATUNG zehn handelsübliche Vogelfuttermischungen aus dem österreichischen Handel getestet. Untersucht wurden Produkte aus Supermärkten, dem Tierfachhandel und aus Baumärkten. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Mehrheit der getesteten Produkte ist nicht empfehlenswert.
Ziel des Tests war es, Konsument:innen über Qualität, Zusammensetzung, Herkunft und mögliche Belastungen mit Schadstoffen zu informieren. Als sehr empfehlenswert stuft die Arbeiterkammer Oberösterreich nur zwei Produkte ein: erdtmanns Waldvogelfutter (Lidl) und Tierell Freilandfutter (SPAR). Ebenfalls empfehlenswert ist das deutlich teurere CJ Wildlife Futter für Gartenvögel (Hornbach). Zwei weitere Produkte sind bedingt empfehlenswert, fünf Produkte fallen im Test durch.
Hoher Getreideanteil mindert Qualität
Ein zentrales Qualitätskriterium bei Vogelfutter ist der Anteil an Ölsaaten, da diese für Wildvögel besonders energiereich sind. Als hochwertig gelten Mischungen mit rund 80 Prozent Ölsaaten. Im Test erfüllten nur zwei Produkte dieses Kriterium. Die meisten Futtermischungen enthielten große Mengen an Getreide, teils über 50 Prozent. Vor allem Weizen wird häufig als billiger Füllstoff eingesetzt, von den Vögeln aber oft liegen gelassen und verfehlt damit seinen Zweck.
Pestizidrückstände knapp unter Lebensmittelgrenzwerten
In vier von zehn Proben wurden Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. Gefunden wurden unter anderem Deltamethrin, Pirimiphos-methyl, Chlorpyrifos und Difenoconazol. Die gemessenen Werte lagen knapp unter den geltenden Grenzwerten für Lebensmittel. Diese Stoffe gelten als umweltgefährlich, sind teilweise gesundheitsschädlich und können schwerwiegende Folgen haben, wenn der Körper dem Stoff über längere Zeit ausgesetzt ist. Geringe Schwermetallbelastungen wurden vereinzelt festgestellt, blieben jedoch unter den gesetzlichen Grenzwerten.
Nur ein getestetes Produkt (Tierell Freilandfutter) bestand ausschließlich aus österreichischen Rohstoffen. Die meisten Futtermischungen enthielten Zutaten aus dem EU-Ausland oder Drittstaaten, häufig aufgrund enthaltener Erdnüsse. Angaben zur Herkunft waren vielfach knapp oder wenig transparent.
Ambrosia-Grenzwerte eingehalten
Keines der Produkte enthielt keimfähige Samen der hochallergenen Pflanze Ambrosia, die Sonnenblumenkernen ähneln, schlecht ausgesiebt werden und z.B. Asthma oder Heuschnupfen auslösen können. Alle getesteten Produkte erfüllten somit die EU-Vorgaben.
Weniger ist manchmal mehr
Der Test zeigt klar: Vogelfutter ist oft minderwertig. Ein höherer Preis hängt dabei nicht unbedingt auch mit höherer Qualität zusammen. Wer Wildvögel sinnvoll unterstützen will, sollte genau hinschauen – und im Zweifel lieber weniger, dafür hochwertig füttern.
Die AK rät:
Futtermischungen mit hohem Ölsaatenanteil und wenig Getreide bevorzugen
Wenn möglich, Bio-Vogelfutter kaufen, um Pestizidrückstände zu vermeiden
Auf regionale Herkunft achten und auf importierte Zutaten wie Erdnüsse in der Zutatenliste verzichten
Text/Quelle: Arbeiterkammer Oberösterreich