Ausgabe April 2025

31.03.2025

Regionalitäts-Check: Woher kommen Bio-Produkte im Supermarkt?

Foto: dbn

Regionalitäts-Check: Woher kommen Bio-Produkte im Supermarkt?

Untersuchungen zeigen, dass Konsument:innen beim Kauf von Bio-Lebensmitteln vermehrt bewusst österreichische Bioprodukte bevorzugen. Kann man aber immer schnell und einfach erkennen woher die Produkte stammen? Ein Regionalitäts-Check der Landwirtschaftskammer Niederösterreich verdeutlicht, dass viele Bio-Produkte in Supermärkten noch nicht aus heimischer Produktion kommen. Bei über der Hälfte der untersuchten Produkte sind die Rohstoffe nicht aus Österreich. Von den untersuchten Bio-Produkten aus nachweislich österreichischer Produktion sind 41 Prozent mit dem rot-weiß-roten AMA-Biosiegel, das als einziges staatlich anerkanntes Siegel heimische Herkunft bei Bio-Produkten garantiert, gekennzeichnet.

„Um Transparenz für die Konsumentinnen und Konsumenten zu schaffen und faire Bedingungen für unsere Biobäuerinnen und Biobauern zu gewährleisten, ist daher eine eindeutige Herkunftskennzeichnung unbedingt notwendig“, fordert Andrea Wagner, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Niederösterreich.

Die Untersuchung zeigt deutlich, dass die Herkunft von Bio-Produkten im Supermarktregal oft schwer erkennbar ist. Wagner erklärt: "Wenn Konsumentinnen und Konsumenten im Supermarkt zu Bio-Lebensmitteln greifen, gehen sie davon aus, dass sie damit auch regionale Bio-Landwirtschaft unterstützen. Doch unser Check zeigt, dass nur 48 Prozent der untersuchten Bio-Produkte im Lebensmitteleinzelhandel nachweislich aus der heimischen Bio-Landwirtschaft stammen. Man muss also schon genau hinschauen, wenn man Bio-Produkte aus heimischer Erzeugung möchte.“

Bio aus Österreich garantiert höchste Qualität und sichert den Erhalt bäuerlicher Familienbetriebe
Die Produktion von Bio-Lebensmitteln durch österreichische Bäuerinnen und Bauern spielt eine zentrale Rolle für eine nachhaltige, umweltfreundliche und zukunftssichere Lebensmittelversorgung. Österreichische Bio-Produkte stehen nicht nur für höchste Qualität und strenge Produktionsstandards, sondern auch für kurze Transportwege, den Erhalt bäuerlicher Familienbetriebe und eine Stärkung der heimischen Wirtschaft. Gleichzeitig tragen sie zum Klimaschutz und zur Biodiversität bei. „Wer sich für Bio aus Österreich entscheidet, unterstützt nicht nur eine umweltfreundliche Landwirtschaft, sondern auch die Zukunft unserer heimischen Höfe und der ländlichen Regionen“, betont Walter Klingenbrunner, Obmann von BIO AUSTRIA NÖ und Wien.

Zentrale Ergebnisse des Regionalitäts-Checks „Bio-Lebensmittel im Supermarktregal“

48 Prozent der untersuchten Bio-Produkte (34 von 71 untersuchten Lebensmitteln) stammen nachweislich aus der österreichischen Landwirtschaft.

52 Prozent der getesteten Produkte (37 von 71 untersuchten Lebensmitteln ) stammen aus der EU oder aus Nicht-EU-Ländern.

Besonders bedenklich: Selbst Bio-Marken der heimischen Supermärkte garantieren keine österreichische Herkunft.

41 Prozent der in Österreich produzierten Bio-Produkte (14 von 34 untersuchten Lebensmitteln) tragen das rot-weiß-rote AMA-Biosiegel.

Was und wie wurde untersucht?
Im Rahmen des Regionalitäts-Checks wurden 71 Bio-Produkte im Supermarktregal aus zwölf unterschiedlichen Kategorien analysiert: Spaghetti, Linsen, Haferflocken, Toastbrot, Bircher Müsli, Honig, Apfelsaft, Vogerlsalat, Suppengemüse, Karotten, Zwiebel und Essiggurkerl - alles Produkte, die auch in Österreich produziert werden können. Die Untersuchung erfolgte in den Filialen der großen Lebensmittelhändler in Österreich. Bei jedem Produkt wurde geprüft, ob es mit dem rot-weiß-roten AMA-Biosiegel - es garantiert als einziges staatlich anerkanntes Siegel österreichische Herkunft bei Bio-Produkten - gekennzeichnet ist, aus welchem Land die landwirtschaftlichen Rohstoffe stammen und ob die Herkunft klar und transparent angegeben ist.

Text/Quelle: Landwirtschaftskammer Niederösterreich

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