30.08.2023
Foto: dbn
In der asiatischen Küche ist Kokosmilch in vielen Gerichten enthalten und auch hierzulande zählt sie längst zum Standardrepertoire des Lebensmittelhandels. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat nun 13 Produkte, darunter 5 Bio-Produkte, hinsichtlich Zusammensetzung, Nährstoffbilanz (Nutri-Score), Verarbeitungsgrad (NOVA-Score) und Schadstoffgehalt getestet.
Dabei gab es nur für eine Kokosmilch eine „gute“ Bewertung. Vor allem Schadstoffe wie Bisphenol A und Mineralölrückstände trüben den Genuss: 8 Produkte erhielten ein „durchschnittlich“, 3 ein „weniger zufriedenstellend“. Für eine Kokosmilch gab es aufgrund des hohen Gehalts an Bisphenol A (BPA) ein „nicht zufriedenstellend“. Die detaillierten Ergebnisse sind auf www.konsument.at/kokosmilch23 sowie ab 31.08.2023 in der Zeitschrift KONSUMENT ersichtlich.
Bisphenol A
Im Labor wurden die Produkte auf Mineralölrückstände (MOAH, MOSH), Chlorat und Bisphenol A (BPA) untersucht. In 10 von 13 Produkten war Bisphenol A enthalten. Ein „nicht zufriedenstellend“ erhielt die Kokosnussmilch der Marke „Asia“ von Hofer. Der gemessene Gehalt an Bisphenol A überschritt den geltenden Grenzwert. Hofer hat die betroffene Charge (MHD: 30.06.2025, Nr. 26625331022) bereits vorsorglich zurückgerufen und vom Verzehr abgeraten (sh. auch www.vki.at/produktrueckrufe).
BPA kann über die Beschichtung von Konservendosen in Lebensmittel gelangen. Alle getesteten Produkte, die in Konservendosen erhältlich sind, wiesen demnach auch Bisphenol A auf. In drei Produkten, die allesamt im Verbundkarton angeboten werden, war hingegen kein BPA enthalten. „Bisphenol A birgt, insbesondere bei langfristiger Aufnahme, Gesundheitsgefahren“, erläutert VKI-Ernährungswissenschafterin Teresa Bauer. „Tierversuchen zufolge stört es unter anderem die Fortpflanzungsfähigkeit und die Entwicklung des ungeborenen Organismus. Es hat hormonähnliche Wirkung und wird beispielsweise auch mit erhöhtem Brustkrebsrisiko, Übergewicht und neurologischen Schäden in Zusammenhang gebracht. Besonders gefährdet sind Kinder und Schwangere.“
Mineralölrückstände
Bei drei Produkten, Freshona, S-Budget und Shan’shi, fanden sich im Vergleich höhere Gehalte an Mineralölrückständen (MOSH, MOAH) sodass sie abgewertet wurden und gesamt nur ein „weniger zufriedenstellend“ erhielten. „Die möglichen Auswirkungen von Mineralölbestandteilen auf die menschliche Gesundheit sind sehr unterschiedlich: Während einige MOSH dafür bekannt sind, dass sie sich in der Leber und im lymphatischen System anreichern, können zur Gruppe der MOAH auch krebserregende Verbindungen gehören“, informiert Teresa Bauer und ergänzt: „Mineralölbestandteile können während der gesamten Produktionskette – von der Ernte bis hin zur Verpackung – in Lebensmittel gelangen.“ Der Test zeigt aber auch, dass es sehr wohl möglich ist, Kokosmilch ohne Mineralölrückstände zu produzieren: Fünf Produkte im Test waren komplett frei davon.
Viele gesättigte Fettsäuren und hoher Verarbeitungsgrad
Geprüft wurde zudem die Zusammensetzung der Produkte: Dabei zeigte sich, dass der Kokosgehalt der getesteten Produkte stark zwischen 42 und 94 Prozent schwankt. Auch beim Verarbeitungsgrad gab es große Unterschiede: Nur 4 Bio-Angebote bestanden rein aus Kokosnussfleisch und Wasser. Alle anderen getesteten Produkte können als hoch verarbeitet gelten, da sie Zusatzstoffe wie Verdickungsmittel oder Emulgatoren enthalten, die für eine cremige Konsistenz der Kokosmilch sorgen. Beim Nutri-Score wiederum erreichte keine einzige Kokosmilch eine Spitzenbewertung; für alle Produkte gab es entweder ein „C“ oder ein „D“. „Kokosmilch enthält viele gesättigte Fettsäuren, die sich negativ auf die Blutfette auswirken können. Deshalb und auch aufgrund der aufgezeigten Schadstoffproblematik sollte Kokosmilch nur selten konsumiert werden“, rät Bauer abschließend.